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Besucheransturm auf historische Erdbebenwarte

Helfer für Führungen gesucht Besucheransturm auf historische Erdbebenwarte

Die historische Erdbebenwarte entwickelt sich  immer mehr zum Publikumsmagneten. Die knapp 110 Jahre alten Seismographen, die Geophysik-Pionier Emil Wiechert entwickelte, faszinieren auch heute noch in ihrer Präzision. 

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Im „Vatikanstaat der Geophysik“: Seit 1903 laufen die Seismographen in der Erdbebenwarte.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Der Fall der vier Tonnen schweren, sogenannten Mintrop-Kugel sorgt bei Führungen für das nötige Spektakel. Das Gauß-Haus und die Samoa-Hütte geben ebenso wie zahlreiche ausgestellte Messinstrumente Einblicke in die Methoden der Naturwissenschaft im vergangenen Jahrhundert.

Doch der Verein Wiechert’sche Erdbebenwarte, der die historische Forschungstätte 2005 übernommen hat und seitdem ehrenamtlich betreut, schlägt Alarm. Er kann die jährlich gestiegene Nachfrage nach zusätzlichen Führungen kaum noch erfüllen. Allein 50 Gruppen – ein Plus vom 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – mit zusammen rund 1000 Personen hat der Verein bisher in diesem Jahr durch die Anlage geführt – zusätzlich zu den Besuchern, die zu den festen, öffentlichen Führungsterminen, immer am ersten Sonntag im Monat, gekommen sind. Tendenz steigend. Die Besucher kommen nicht nur aus der Region, sondern aus dem gesamten Bundesgebiet und aus dem Ausland. Darunter sind unter anderem Bergleute, Wissenschaftler oder Schulklassen.

Helfer für Führungen gesucht

„Unsere Personaldecke reicht nicht mehr“, sagt der Vereinsvorsitzende Wolfgang Brunk. 50 Mitglieder hat der kleine Verein, aktiv seien etwa zehn Mitglieder, drei stehen für Führungen zur Verfügung. Teilweise wird die Nachfrage für eine Wartenbesichtungen durch die Göttinger Tourist-Information aufgefangen. Sie hat weiterhin eine Führung im Angebot. Allerdings steht dafür derzeit nur noch einer von  zwei speziell von Vereinsmitgliedern geschulten Stadtführern zur Verfügung. Auch in der Tourist-Information registriert man das steigende Interesse an der historischen Beobachtungsstelle in der Herzberger Landstraße 178.

Die Universität als ehemalige Eigentümerin der Erdbebenwarte hat ihr Engagement längst aufgegeben. Zwar hatte die Uni damals die Erhaltung der tonnnenschweren Präzisionsgeräte begrüßt. Mit dem Umzug des Geophysikalischen Institutes in den Neubau der Physik in der Norduni gab sie aber die Wartung der Geräte auf, weder Personal noch Geld wurden dafür bereitgestellt. Das wird sich so bald auch nicht ändern. „Es gibt derzeit keine Pläne seitens der Uni, sich dort einzubringen“, sagt Uni-Sprecher Romas Bielke.

Seismograph 1903 in Betrieb genommen

Jetzt sucht der Verein ehrenamtliche Helfer, die Führungen übernehmen. „Wir können jeden gebrauchen, der sich berufen fühlt“, sagt Brunk. „Ein Interesse an Physik und Naturwissenschaften wäre gut“, beschreibt er die Voraussetzungen.

1903 hat Emil Wiechert die von ihm entwickelten Seismographen in Betrieb genommen.  102 Jahren, bis zum Institutsumzug, haben sie ununterbrochen ihren Dienst getan. Alle großen Erdbeben in dieser Zeitspanne sind mit den Geräten auf berußtem Papier aufgezeichnet worden. Der Verein kümmert sich seit 2005 um die Geräte, Gebäude und Gelände, die er vom Land Niedersachsen gekauft hat.

Interessenten können sich per E-Mail unter w.brunk@visicon.eu oder telefonisch unter 0 55 08 / 97 67 10 an Brunk wenden. Im Internet: erdbebenwarte.de.

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