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Betrunken und bekifft Pizzeria in Bovenden überfallen

Überfall aus Geldsorge Betrunken und bekifft Pizzeria in Bovenden überfallen

Kein Geld für Essen, keines für Drogen, der Strom abgestellt, der Kater schwer krank, die Freundin hochschwanger, er selbst betrunken und bekifft – da ist ein 24 Jahre alter Hartz-IV-Empfänger aus der Gemeinde Bovenden losgezogen, um mit einer Gaspistole seine Stamm-Pizzeria zu überfallen.

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Bovenden/Göttingen. Seit Montag muss er sich deshalb wegen schweren Raubes vor dem Landgericht verantworten. Er legte unter Tränen ein  Geständnis ab.

Doch das war nicht der berührendste Moment. Der kam, als sich in der Verhandlungspause alle Zuhörer um den jüngsten unter ihnen scharten und die Justizwachtmeister dem Angeklagten gestatteten, erstmals seinen drei Wochen alten Sohn zu sehen. Der ahnt noch nicht, dass sein Vater in Untersuchungshaft saß, als er auf die Welt kam und wohl erst wieder frei kommt, wenn der Sohn längst im Kindergarten ist.

Auslöser soll am 6. Januar ein Streit mit der Mutter des Kindes wegen seines Drogenkonsums gewesen sein. Dabei hatte der seit dem 14. Lebensjahr drogenabhängige Hauptschulabbrecher ihretwegen schon auf Amphetamine und härtere Drogen verzichtet. Nur gekifft habe er noch, als ihm die junge Frau eröffnete, dass er Vater wird.

Er hatte schon eine halbe Flasche Whiskey getrunken und eineinhalb Gramm Marihuana geraucht, als er loszog, die Pizzeria im Dorf zu überfallen. Er betrat das Lokal, in dem er oft Essen holte, mit hochgezogenem Pulloverkragen und Kapuze über dem Kopf, drohte mit seiner Gaspistole und forderte Geld.

Aber keiner reagierte. „In Panik“, so sagt er, weil niemand ihn beachtet habe, habe er dann einen Schuss Reizgas gen Decke gefeuert, habe den Geldbeutel eines Mitarbeiters ergriffen und sei getürmt. 97 Euro will er so erlangt haben; der Geschädigte zeigte 140 Euro an. Der Angeklagte will damit Haschisch gekauft haben. Am 14. Januar nahm die Polizei ihn fest.

Er gab sofort die Schusswaffe heraus und legte ein volles Geständnis ab. Nun hofft er auf eine milde Strafe, weil er sich „um meine kleine Familie kümmern“ will.

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„Dilettantisch“
dpa (Symbolbild)

Fünfeinhalb Jahre Gefängnis wegen schweren Raubes – so hat es die Staatsanwältin gefordert. Bewährungsstrafe und ambulante Therapie – so hat es die Verteidigung erbeten.

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