Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Bewährungsstrafe für Angeklagten

Bestechungsskandal bei Ottobock Bewährungsstrafe für Angeklagten

Das Landgericht hat nach drei Verhandlungstagen erwartungsgemäß den 38 Jahre alten Inhaber eines Fliesenleger-Geschäfts aus dem thüringischen Eichsfeld zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe wegen Beihilfe zur Untreue verurteilt. Er hatte gestanden, in 22 Fällen mehr als 50 falsche oder überhöhte Rechnungen an die Firma Ottobock gestellt zu haben, die ein ebenfalls Angeklagter Prokurist jeweils zur Zahlung anwies und dafür eine Bestechungssumme von je zehn Prozent des Rechnungsbetrages kassierte.

Voriger Artikel
Alkoholverbot in Nikolaistraße hat Bestand
Nächster Artikel
Diebe stehlen Akkus aus Baustellenampel
Quelle: Blank

Rund zwei Millionen Euro soll der Angeklagte damit unberechtigt kassiert haben. Die der Verurteilung zugrunde liegenden Taten beinhalten allerdings nur rund eine Million Euro.

Am letzten Verhandlungstag hatte das Gericht noch den Ermittler der Polizei gehört, der sich noch wunderte, dass jemand mit zehn Prozent zufrieden sein konnte. „Das war das Risiko nicht wert“, sagte er. Während der Fliesenleger es so dargestellt hatte, als sei die Initiative für die Betrügereien jeweils vom Ottobock-Mitarbeiter ausgegangen, hatte der Ermittler einen anderen Eindruck: Dieser sei „ein weicher, wenig durchsetzungsstarker Mann“.

Der sei froh gewesen, dass der Fliesenleger ihm bei seinen Schulden mit 100 000 Euro ausgeholfen habe, „und dann war er erpressbar“.

Der 51-jährige Haupttäter, der sich demnächst verantworten muss, habe Job, Familie und Gesundheit durch die Taten verloren, während der jetzt verurteilte Fliesenleger zwei Millionen kassiert habe, die gewiss nicht in seine Firma geflossen seien.

Die war seit 2009 schon pleite. Das Geld, so der Vorsitzende David Küttler, sei jedenfalls weg, und das Duderstädter Unternehmen habe man „ausgenommen wie eine Weihnachtsgans“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Otto-Bock-Betrug

Die Millionen-Betrügereien zu Lasten des Duderstädter Medizintechnik-Unternehmens Otto Bock bekommen ein weiteres gerichtliches Nachspiel. Ein 51-jähriger früherer Mitarbeiter des Weltmarktführers für Prothesentechnik muss sich demnächst vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Göttingen verantworten.

  • Kommentare
mehr
Anzeigenspezial
Der Wochenrückblick vom 9. bis 15. Dezember 2017
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt