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Bioenergiedorf-Genossenschaft will Wärme und Strom liefern

Barlissen Bioenergiedorf-Genossenschaft will Wärme und Strom liefern

Das kleine Dorf im bewaldeten Hügelland südlich von Jühnde setzt auf regenerative Energien aus dem direkten Umfeld – und zwar konsequent. Wie die Nachbarn will Barlissen Bioenergiedorf werden und seinen Energie- und Wärmebedarf selbst decken, ohne einen Cent für russisches Gas oder arabisches Öl auszugeben.

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Abgedecktes Getreidelager: Biomasse für Biogasanlage.

Quelle: Mischke

Das neue grüne Ortseingangsschild steht schon, ebenso die runden Betonwände des Fermenters und des Güllebehälters. Die Biogasanlage 300 Meter vom Ort entfernt ist im Bau. Das Herzstück der Anlage ist bereits installiert. Das Blockheizkraftwerk, im Grunde ein ausgeklügelter Motor, soll künftig aus Gas Strom produzieren und mit der Abwärme Wasser für das 2,1 Kilometer lange Fernwärmenetz beheizen. Im Winter wird eine Holzhackheizung zugeschaltet. Falls alle Stricke reißen können vom Maschinenring Göttingen mobile Brenner geordert werden.

Heiko Lohrengel hat bereits zwei seiner drei Öltanks aus dem Keller entfernen und Platz für den Hausanschluss geschaffen. „Ich bin zu 100 Prozent überzeugt davon, dass wir nur etwas Nachhaltiges machen können“, sagt der gelernte Banker und Vorstandsmitglied der Barlisser Bioenergiedorf-Genossenschaft. „Die Erde weiter auszubeuten, macht wenig Sinn.“ Wie die anderen Genossenschaftsmitglieder zahlt er 2500 Euro als Einlage und 2500 Euro für den Hausanschluss. Rund 2,1 Millionen Euro werden investiert. Firmen aus Scheden, Dransfeld und Bielefeld kommen zum Zuge. Neben Samtgemeinde und Gemeinde Jühnde machen zwei Drittel aller Haushalte mit. „Seit die Bagger da sind, haben sich drei weitere Barlisser gemeldet“, erzählt Lohrengel.
Noch in diesem Jahr soll der erste Strom produziert und Wärme geliefert werden. Ein wichtiges Ziel, um die garantierten langfristigen Stromeinspeisevergütungen zu bekommen. Lohrengel: „Dann beginnt ein neues Zeitalter.“ Die Wärmekunden müssen 500 Euro Grundgebühr im Jahr und 7,5 Cent brutto je Kilowattstunde zahlen.

Vier Bauern aus dem Ort und zwei aus Nachbardörfern liefern langfristig Mais, Getreide, Mist, Gras und Gülle zum Füttern der Biogasanlage. 90 Hektar, rund zehn Prozent der landwirtschaftlichen Fläche der Gemarkung, reichen dafür aus. Mit zehn bis zwölf Tonnen Biomasse am Tag muss der Fermenter beschickt werden. Die Genossenschaft schafft auch einen Arbeitsplatz. Der 33-jährige Barlisser Mathias Bergmann leitet die Anlage.

Von Gerald Kräft

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