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„Blinde Menschen im Spiegel ...“: Ausstellung in Göttingen endet

Zugang zu Nicht-Sehenden bekommen „Blinde Menschen im Spiegel ...“: Ausstellung in Göttingen endet

Eine überdimensionale schwarze Blindenbrille steht wie ein Mahnmal im Foyer des Neuen Rathauses Göttingen. Für Sehende wirkt sie wie ein Stopper und lässt sie ein in die Ausstellung „Blinde Menschen im Spiegel der Kunst“ des Blinden- und Sehbehindertenverbands Niedersachsen.

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Lesen Texte in Braille-Schrift: Eine Gruppe aus Nicht- oder Schlecht-Sehenden besucht die Ausstellung im Neuen Rathaus.

Quelle: Heller

Göttingen. An diesem Abend sind die Nicht- oder Schlecht-Sehenden in der Mehrheit. In einer Führung wollen sie sich die Wanderausstellung nahe bringen lassen. Dass das möglich wurde, darum hat sich Christina Schabram vom Göttinger Treff für Blinde und Sehbehinderte gekümmert.

Beim Louis Braille Festival der Begegnung 2012 in Berlin sei die Ausstellung entstanden, erklärt Regine Rohmann von der Göttinger Kreisgruppe des Blinden- und Sehbehindertenverbands Niedersachsen. 

Um die Ideen darin nicht gleich wieder einschlafen zu lassen, sei sie zur Wanderausstellung umgestaltet worden und reist seither durch Niedersachsen. Auch im Landtag in Hannover machte sie Station. Schirmherr ist der Präsident des Niedersächsischen Landtags Bernd Busemann CDU).

Grundlage ist das Buch „Blindheit und Kunst“. Es birgt die Materialsammlung von Günter Mosel, der als Lehrer am Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover wirkte. Seine Lektorin Rabea Frey hat am Mittwoch die Führung für Blinde und Sehbehinderte gehalten.

Gang durch die Geschichte

Bei ihrem Gang durch die Geschichte erfahren die Geführten viel über „Blinde und das Betteln“, ihre Arbeitswelt und berühmte Blinde. Die Infotafeln mit viel gedruckter Schrift sehen nicht gerade so aus, als ob Blinde viel damit anfangen könnten. Doch an jeder der acht Tafeln hängen weiße Blätter.

Auf den zweiten Blick ist darauf Brailleschrift zu erkennen. Ein blinder Teilnehmer der Führung lässt seine Hand darüber wandern. In Brailleschrift wird hier nicht nur der Text von den Tafeln wiedergegeben. Die Gemälde, die darauf abgebildet sind, werden außerdem beschrieben – Gemälde von Picasso, Goya, van Gogh… 

„Die Ausstellung sollte dazu dienen, dass Sehende Zugang zu Nicht-Sehenden bekommen“, meinen Ortrud und Herbert Dählmann – beide sind stark sehbehindert. Andere vermissen Reliefs zum Betasten. Wer die Ausstellung noch ansehen möchte, hat jetzt die letzte Chance: Nur noch heute (14. Februar) wird die Wanderausstellung im Neuen Rathaus präsentiert.   

von Ute Lawrenz

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