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Böllern in der City: Feuerwerk und Fachwerk

Appell der Stadt Böllern in der City: Feuerwerk und Fachwerk

Für viele gehören Raketen und Böller zum Jahreswechsel, heute beginnt in den Verkaufsstellen – rund 80 allein in der Stadt Göttingen – der Verkauf von Feuerwerk. Doch mit einer bereits 2009 bundesweit in Kraft getretenen Änderung des Sprengstoffrechts gilt weiterhin: „Das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern ist verboten.“

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Feuerwerk in der Göttinger Innenstadt: Böllern in der Nähe von Fachwerk und Kirchen.

Quelle: Vetter

Göttingen. Die Stadt Göttingen weist darauf hin, dass etwa Raketen, Batterien, Knallkörper, Sonnenräder oder China-Böller („pyrotechnische Gegenstände der Kategorie 2“) „nur am 31. Dezember und 1. Januar, nur im Freien“ und nicht nahe der genannten Gebäude abgebrannt werden dürfen. „Unmittelbare Nähe bedeutet einen Mindestabstand von 200 Metern. Für Produkte, die mit der Hand geworfen werden, reicht ein Abstand von 25 bis 30 Metern.“

Anders als etwa Northeim, Duderstadt oder Bovenden hat Göttingen kein Feuerwerksverbot in die Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit aufgenommen. „In der Tat hatten wir Anfang 2012 die Vorstellung, künftig mit einer Allgemeinverfügung oder einer Verordnung zu operieren“, sagt Verwaltungssprecher Detlef Johannson.

Alle Göttinger Ortsräte hätten sich mit dem Thema befasst, doch nur in Weende habe es den Wunsch nach einer Regelung für die Ortsmitte gegeben. „Dieses Ergebnis der Beteiligung der Ortsräte hat natürlich noch einmal eine interne Diskussion eröffnet, an deren Ende die Entscheidung gegen eine Allgemeinverfügung stand“, sagt Johannson. Nach Auffassung der Stadt sind die gesetzlichen Regelungen bereits jetzt ausreichend. „Mehr könnte eine städtische Allgemeinverfügung oder Verordnung auch nicht festlegen.“

Ohnehin sieht sich die Stadt nicht in der Lage, dem Gesetz Geltung zu verschaffen: „Wer aus Erfahrung die Verhältnisse in der Silvesternacht in der Göttinger Innenstadt kennt, weiß: Da sind hunderte von Menschen unterwegs und auf dem Markt zusammen, feierlustig, teils mehr, teils weniger angeheitert und mit Pyrotechnik ausreichend ,bewaffnet‘.“

Dagegen sei der kleine Trupp des Stadtordnungsdienstes machtlos. „Soll deshalb die Polizei mit einer Hundertschaft anrücken, um die Silvesterparty am Gänseliesel aufzulösen?“, fragt Johannson. Eine stadtweite Kontrolle zwischen 0 und 2 Uhr sei „völlig ausgeschlossen“. So bleibe der Stadt nur, „über die gesetzlichen Bestimmungen zu informieren, immer wieder an Einsicht und Rücksichtnahme zu appellieren und auf einen sicheren und umsichtigen Umgang mit der Pyrotechnik hinzuwirken“, sagt Johannson.

Die Bürger stünden „selbstverständlich ebenfalls in der Verantwortung“: „Für ihre eigene Sicherheit und für ihre Gesundheit, für das Wohlergehen ihrer Mitmenschen und auch für die Sicherheit in ihrer Stadt.“

In Duderstadt gibt bereits seit zwei Jahren ein generelles Böllerverbot für die Innenstadt mit ihren mehr als 500 Fachwerkhäusern. Der Stadtrat folgte einer Verbotsempfehlung des Ortsrates. Und alle haben sich an das Böllerverbot gehalten. Verstöße, die mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro geahndet werden können, wurden nicht registriert.

Geböllert wurde jenseits der Wallgrenze. Duderstadts Ordnungsamtsleiterin Sabine Holste-Hoffmann freut sich nach zwei „unspektakulären Jahreswechseln“, dass die Innenstadtbewohner Vernunft bewiesen und Verständnis gezeigt haben. Das Verbot habe sich bewährt.

Von Michael Brakemeier und Kuno Mahnkopf

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Ruhiger Jahreswechsel im Eichsfeld

Friedlich und diszipliniert sind die Untereichsfelder ins neue Jahr gerutscht. Das zum zweiten Mal geltende Feuerwerksverbot innerhalb des Duderstädter Walls wurde strikt eingehalten. Bis auf eine Trunkenheitsfahrt in Duderstadt – ein 23-Jähriger mit 1,49 Promille – und ein abgebrochenes Vorfahrtsschild am Stadthaus verzeichnete die Polizei keinerlei Vorfälle in der Silvesternacht.

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