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"Das ist der erste Adrenalinkick am Morgen"

Göttingen "Das ist der erste Adrenalinkick am Morgen"

Der Bohrer für das Kunstquartier ist da. Am frühen Mittwochmorgen hat das schwere Baugerät auf einem Tieflader die Düstere Straße erreicht. Die Anlieferung durch die engen Straßen der Göttinger Innenstadt verlief reibungslos.

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Quelle: Christoph Mischke

Göttingen. Als gegen 4.30 Uhr am Mittwochmorgen die letzten Nachtschwärmer im nahe gelegenen Déjà Vu am Tresen die letzten Biere kippen, um dann bier- und bettschwer nach Hause zu gehen, ist Enrico Ziemer längst hellwach und konzentriert. Langsam, mit Bedacht und routiniert rangiert er das nagelneue Drehbohrgerät LB 16-180 der Firma Liebherr vom schmalen Tieflader. Zentimeterarbeit.

"Das ist der erste Adrenalinkick am Morgen", sagt der 34-jährige Maschinist von der Firma Berger Grundbautechnik GmbH aus Dresden und beschreibt das Gefühl, wenn das tonnenschwere Gerät vom Tieflader über die schräge Rampe Richtung Straße fährt. Um das Straßenpflaster nicht zu beschädigen liegen dicke Holzbretter zum Schutz aus. Durch die Hydrauliksteuerung lasse sich der Koloss "extrem feinfühlig und ruckfrei" steuern, sagt Ziemer.

Hinter dem fabrikneuen Bohrer, vom Fahrersitz ist die Plastikfolie noch nicht entfernt, liegt ein Transport von Österreich nach Göttingen. Von der Raststätte Göttingen-Ost führte die Route am Mittwoch über die A 7 bis zur Anschlussstelle Göttingen-Nord, von dort auf die Hannoversche Straße, in die Innenstadt durch den Stumpfebiel, die Gotmar- und Zindelstraße, von dort in die Groner Straße, dann zum Ziel in der Düsteren Straße.

"Alles gut gelaufen", sagt Knut Fehrmann, Bauleiter bei Berger. Zwischenfälle oder Schwierigkeiten habe es beim Transport nicht gegeben. Auch das letzte benötigte Teil des Bohrgerätes sei am Dienstag geliefert worden. Jetzt heiße es, den Bohrer für seine Arbeit aufzurüsten. Am Ende wird die Maschine rund 60 Tonnen auf die Waage bringen. Inzwischen steht sie aufgerichtet auf dem Gelände des künftigen Galeriehauses des Kunstquartiers. Mit ihren zwölf Metern Höhe überragt sie den Giebel des benachbarten Fachwerkhauses Düstere Straße 8.

Spätestens ab Montag sollen die Bohrarbeiten für eine sogenannten Bohrpfahlwand beginnen. Diese Wand sichert sowohl die Baugrube für weitere Arbeiten, die an die Baugrube angrenzenden Nachbargebäude als auch die Düstere Straße.

Exakt 112 bis zu zehn Meter tiefe Löcher wird Maschinist Ziemer und das Bauteam unter Fehrmanns Leitung in den kommenden rund vier Wochen bohren und mit 250 Kubikmeter Beton füllen. Pro Tag sollen drei bis fünf Löcher gebohrt werden. Staub- und vibrationsfrei, wie Fehrmann und die Stadt als Bauherrin für das Galeriegebäude angeben.

Nachdem die Wand steht, übernehmen die Archäologen wieder das Baufeld. Ihre Grabungen sollen bis in eine Tiefe von 2,5 bis drei Meter erfolgen. Der weitere Zeitplan sieht vor, dass die Erdarbeiten für die fünf Meter tiefe Baugrube im September beginnen, der Rohbau dann im Oktober. Die Grundsteinlegung ist für November geplant, das Richtfest für Februar. Eröffnen soll die neue Galerie im dann im Oktober.
 
Alle Infos zum Kunstquartier hat die Stadt im Internet zusammengetragen: kuqua.goettingen.de.

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