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Bombenalarm bei McAllister-Besuch im Klinikum

Entwarnung Bombenalarm bei McAllister-Besuch im Klinikum

Ein herrenloser Koffer an einer Rednerbühne im Uni-Klinikum hat am Montagmorgen zu einem Bombenalarm und der Evakuierung des Klinikums geführt. Eine Rentnerin hatte den Koffer dort abgestellt. Zu diesem Zeitpunkt war Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister auf dem Weg ins Klinikum: für den ersten Spatenstich des neuen Herzforschungszentrums.

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Von Polizisten gut bewacht: Der an einer Redebühne sicher abgestellte Koffer wird von seiner Besitzerin abgeholt.

Quelle: EF

Göttingen. Reinigungskräfte hatten den Rollkoffer knapp drei Stunden vor der Rede McAllisters gefunden. Danach wurde das Klinikum abgeriegelt, aus Hannover rückten Sprengstoffexperten an. Kurz vor elf erschien eine Patientin an der Bühne und fragte die Polizeibeamten nach ihrem Koffer. Die Frau wird nun voraussichtlich die Kosten des Einsatzes tragen müssen.

Fast hätte die Rentnerin den symbolischen ersten Spatenstich für den Bau des neuen Herzforschungs-Traktes durch den niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) platzen lassen. Die Rollstuhlfahrerin hatte vor einem Behandlungstermin ihren Koffer hinter einer Rednerbühne versteckt abgestellt – offenbar, weil sie ihn dort sicher wähnte. Als extrem unsicher stuften hingegen Sicherheitskräfte das unbekannte Objekt ein, nachdem der Koffer knapp drei Stunden vor der Rede des Ministerpräsidenten von Reinigungspersonal entdeckt worden war. Die Folgen: Bombenalarm, danach Absperrung und Evakuierung des Klinikums.

Ein herrenloser Koffer an einer Rednerbühne im Uni-Klinikum hat am Montagmorgen zu einem Bombenalarm und der Evakuierung des Klinikums geführt.

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Aus Hannover rückten Sprengstoffexperten an. Die Untersuchung zog sich so lange hin, dass kurz vor Eintreffen McAllisters die Absage des Spatenstichs erwogen wurde. Eine Viertelstunde vor dem offiziellen Termin erschien die Rentnerin und fragte nach ihrem Koffer. Nach kurzer Befragung der Frau konnte sie den Koffer eindeutig identifizieren und der Alarm aufgehoben werden. Zu diesem Zeitpunkt allerdings war die Evakuierung des Klinikgebäudes schon in vollem Gange, die Räumung der Bettenhäuser wurde vorbereitet.

Die Spatenstich-Feier einschließlich der Rede des Ministerpräsidenten konnte damit stattfinden, allerdings mit Verzögerung. Vorstandssprecher Heyo K. Kroemer erklärte, der „extrem gut funktionierende Notfallplan“ des Klinikums habe sich auch in diesem Fall bewährt.

Auch bei Fahrlässigkeit muss der „Störer“ haften

Dass der Koffer, den die Patientin ausgerechnet am Redeplatz von Ministerpräsident McAllister abgestellt hatte, nach dem Auffinden besonders gut bewacht wurde, dürfte die Frau kaum trösten: Aller Wahrscheinlichkeit nach wird sie die Kosten des Einsatzes von Polizei, Sprengstoffexperten und Sicherheitspersonal bezahlen müssen – einen wohl vier- bis fünfstelligen Betrag. Dabei ist es gleichgültig, ob ein scheinbar herrenloses Gepäckstück tatsächlich gefährlich ist oder nicht, erklärt die Bundespolizei zu vergleichbaren Fällen.

Wenn der Anschein auf Gefahr hindeutet, ist ein Einsatz nicht nur notwendig, sondern auch gerechtfertigt. Stellt sich später heraus, dass der Inhalt des verdächtigen Objekts ungefährlich ist, macht dies den Einsatz nicht rechtswidrig. Nur überzogene Maßnahmen nach Erkennen der Gefahrlosigkeit müssten nicht bezahlt werden.

Haftbar ist zudem nicht nur derjenige, der vorsätzlich, sondern auch derjenige, der fahrlässig handelt. Bei einem vergessenen Gepäckstück, das zu Polizeieinsatz und Bahnbetriebsstörungen führt, muss der Verursacher gemäß Paragraf 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches Schadensersatz leisten – Juristen sprechen von „Störerhaftung“. Und zwar nicht nur für den Einsatz von Sicherheitskräften, sondern auch für sonstige Schäden, Aufwendungen oder Verzögerungen. Bei Fahrlässigkeit springt gegebenenfalls allerdings die Haftpflichtversicherung ein.

Hinweis: Der Artikel wurde aktualisiert.

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