Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 5 ° Regen

Navigation:
Bürger und Wissenschaftler gegen Müllofen im Northeimer Süden

Giftstoffe Bürger und Wissenschaftler gegen Müllofen im Northeimer Süden

Mitten im Northeimer Industriegebiet soll eine Abfallverbrennungsanlage gebaut werden. Bürger sind in höchster Sorge: Die nächsten Wohngebiete sind nur etwa einen halben Kilometer entfernt und würden bei den vorherrschenden Winden direkt in der Abluftfahne des Müllofens liegen. Gut 25 000 Tonnen sollen jährlich verbrannt werden.

Voriger Artikel
Ab Januar 64 Parkautomaten in der Göttinger Nordstadt
Nächster Artikel
SPD/Linke lehnt Windräder bei Sieboldshausen ab

Umstrittenes Projekt: Direkt neben dem Northeimer Fruchthof soll eine Müllverbrennungsanlage gebaut werden.

Quelle: Hinzmann

Northeim. Die künftigen Betreiber, die Kraftwerke Northeim GmbH aus Hildesheim, wollen die Müllverbrennungsanlage zwischen dem Betrieb Umweltschutz Mitte und dem Northeimer Fruchthof errichten – unmittelbar gegenüber der Firma Contitech, die nicht nur als Abnehmer von Strom und Wärme, sondern auch als Lieferant für Plastik und Gummi als Brennstoff für das Kraftwerk im Gespräch ist. Das für die Genehmigung zuständige Göttinger Gewerbeaufsichtsamt habe bereits die emissionstechnische Unbedenklichkeit der Anlage signalisiert, erklärt Reinhard Schade von der Stadt Northeim.

40 Stoffe freigesetzt

Das sehen Northeimer Bürger und ein Göttinger Wissenschaftler ganz anders. Christian Jooß, Professor für Materialphysik an der Uni Göttingen, hält die Freisetzung von Umweltgiften auch bei moderner Filtertechnik für unvermeidbar. Bei der laut Jooß „chaotischen“ Verbrennung in einem Müllkraftwerk würden nicht nur die 40 Stoffe freigesetzt, für die Grenzwerte festgeschrieben sind, sondern 100 000 weitere Substanzen, die zum Teil hochgiftig oder krebserregend seien. Feuchtigkeit im Müll sorge dafür, dass Wasserdampf die Funktion der Filter herabsetze: „Giftstoffe rutschen dann zum Teil durch“ – darunter „Ultragifte“ wie Dioxine und Furane.

Bisher schließt eine verwaltungstechnische Veränderungssperre neue Projekte in dem betroffenen Gewerbegebiet aus: Die Stadt wollte geklärt wissen, ob die Durchlüftung des Stadtgebiets durch Neubauten beeinträchtigt werden kann. Ein neues Tüv-Gutachten schließt dies jetzt allerdings aus.

Wind über die Wohngebiete

Der Durchzug, den die Stadt für positiv hält, löst bei Bürgern Besorgnis aus. Die Abluftfahne ziehe bei den vorherrschenden Windrichtungen genau über die Wohngebiete im Südwesten Northeims und später übers Stadtzentrum, erklären beispielsweise Chantal Rorig und Walter Böker von der Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung.

Dennoch soll die Veränderungssperre in der kommenden Woche fallen: am Dienstag, 23. April, im Bauausschuss, am Donnerstag im Rat. Dann wäre der Weg für den Müllofen frei.

Auch bei Korbach gibt es ein Conti-Heizkraftwerk. Es ist ebenfalls umstritten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Veränderungssperre bleibt vorerst bestehen
Stolperstein für Müllkraftwerk im Northeimer Industriegbiet.

In ihrem Kampf gegen ein Abfallheizkraftwerk im Northeimer Industriegebiet hat die Initiative gegen Müllverbrennung einen vorläufigen Teilerfolg errungen: Die Aufhebung der Veränderungssperre für das betroffene Gebiet wurde von den Tagesordnungen des städtischen Bauausschusses und des Stadtrates abgesetzt. Ohne eine solche Veränderung aber darf die Müllverbrennungsanlage nicht gebaut werden.

mehr
Anzeigenspezial
Die schönsten Schneebilder unserer Leser
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt