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Bürgermeister aus Gleichen fordern frühere Infos bei Straßensperrung

Offener Brief Bürgermeister aus Gleichen fordern frühere Infos bei Straßensperrung

Nach dem „Verkehrsinfarkt“ durch eine gesperrte Landesstraße bei Diemarden fordern elf Ortsbürgermeister jetzt bessere Absprachen bei künftigen Bauprojekten. In einem „offenen Brief“ an die Landesbehörde für Straßenbau werben sie vor allem um frühere Hinweise auf eine geplante Sperrung.

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Im Oktober verärgerte eine gesperrte Landesstraße bei Diemarden viele Autofahrern.

Quelle: Christoph Mischke

Gleichen. „Es ist äußerst unglücklich, wenn solch gravierende Eingriffe in den Berufspendlerverkehr nur wenige Tage im Voraus in der Tageszeitung bekannt gemacht werden“, beklagen die Ortspolitiker in ihrem Brandbrief, den sie auch an den Landkreis Göttingen geschickt haben. Sie beziehen sich dabei auf Bauarbeiten Mitte Oktober an einem Radweg parallel zur L569 zwischen Geismar und dem Diemardener Kreisel. Während der Bauphase war der Straßenabschnitt knapp zwei Wochen gesperrt. Das hatte viele Autofahrer verärgert. Vor allem Berufspendler mussten große Umwege und damit mehr Zeit für ihren Weg in Kauf nehmen. Auch die Umleitungsstrecken waren überlastet.

„Wir fordern, dass mit mindestens drei bis vier Wochen Vorlauf die Gemeinde und die Ortsräte informiert werden“, formulieren die Ortsbürgermeister von Beienrode, Benniehausen, Etzenborn, Gelliehausen, Groß Lengden, Kerstlingerode, Klein Lengden, Rittmarshausen, Sattenhausen, Weißenborn und Wöllmarshausen in ihrem Brief. Betroffene Autofahrer könnten dann zeitiger und besser informiert werden.

„Intelligente Umleitungslösungen“

Die Ortspolitiker schlagen auch vor, künftig während der Bauphase „Intelligente Umleitungslösungen“ zu suchen und zu installieren. Um einen erneuten „Verkehrsinfarkt“ zu verhindern, könnte die betroffene Straße zum Beispiel nur während der tatsächlichen Arbeiten gesperrt und außerhalb dieser Zeit frei gegeben werden. Die Umleitungsstrecken müssten entsprechend beschildert werden. Ausdrücklich loben die Ortsbürgermeister, dass im kritisierten Fall während der Herbstferien und damit in eine „verkehrsärmere Zeit“ gebaut worden war.

Darüber hinaus fordern die Gleichener Ortschaften die Landesstraßenbaubehörde und weitere Institutionen auf, ihre Listen geplanter Straßenbaumaßnahmen inklusive Zeitplan vorab offen zu legen. Das allerdings sei kaum möglich, bedauert der Leiter der Landesbehörde für Straßenbau in Gandersheim, Udo Othmer. Die vorhandene Liste sei ständig in Bewegung. Es gebe zu viele Einflüsse und unerwartet auftretende Probleme, um am Jahresbeginn schon alle Projekte sicher zu terminieren.

Gegen „intelligente Umleitungslösungen“ sei grundsätzlich nichts einzuwenden, so Othmer weiter. Nicht möglich sei es aber, die Baustelle täglich abends zu öffnen und morgens zu schließen. Das nehme viel Zeit in Anspruch - „und die ganze Baumaßnahme dauert viel länger“.

„Wir bemühen uns natürlich , früh zu informieren“

„Wir bemühen uns natürlich immer“, geplante Arbeiten „möglichst früh“ mit den zuständigen Verkehrsbehörden abzustimmen, versicherte Othmer. Der Spielraum dabei sei aber durch mehrere Einflüsse begrenzt. Für Klagen über die Sperranordnung sowie Umleitungen sei seine Behörde allerdings der falsche Adressat. Für die gesamte Koordination um die Baustelle herum sei die jeweilige Verkehrsbehörde der Kommunen zuständig – unter anderem beim Landkreis und bei der Stadt Göttingen. Nur sie hätten den Überblick über alle Baumaßnahmen auch von anderen sogenannten Straßenbaulastträgern und über Umleitungsstrecken.

Auch der Landkreis Göttingen hat den „offenen Brief“ bekommen. Dort sei das Problem bekannt, kommentierte dessen Pressesprecher Ulrich Lottmann den Brief. Bereits im vergangenen April habe Landrat Bernhardt Reuter (SPD) die Leiter der Straßenbaubehörden in Gandersheim und Goßlar, Othmer und Günther Hartkens, zu einer Konferenz mit allen hauptamtlichen Bürgermeister im Kreisgebiet eingeladen. Schon damals sei von diesen eine bessere Abstimmung bei Baumaßnahmen angemahnt und ein besserer Austausch vereinbart worden. Diese Initiative müsse fortgesetzt und verstärkt werden. das zeigten auch die Ereignsisse der vergangenen Wochen, so Lottmann.

Von Ulrich Schubert

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