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Bummelige Justiz rettet vor Knast

Kindesmissbrauchs schuldig Bummelige Justiz rettet vor Knast

Der 51-Jährige ist schuldig, schuldig des vierfachen sexuellen Missbrauchs seiner Stieftochter, die beim ersten Vorfall sieben, beim letzten möglicherweise schon zwölf Jahre alt war. Dennoch muss der Facharbeiter nicht ins Gefängnis. Das hat er der Tatsache zu verdanken, dass die Justiz zu langsam und dennoch ohne genügende Sorgfalt arbeitete.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Zehn Jahre nach der ersten Tat und fünf Jahre nach der Strafanzeige durch die Mutter des Opfers kommt der Täter jetzt mit Bewährung davon.

Dabei machte der vorsitzende Richter, Ralf Günther, kein Hehl daraus, dass er gern anders geurteilt hätte: „Mir wäre es lieber gewesen, mit einer Freiheitsstrafe ein deutliches Signal zu setzen.“ Doch die Pannen der Justiz, die Tatsache, dass das erste Urteil vom Bundesgerichtshof (BGH) aufgehoben wurde, und die solide Lebenssituation des Göttingers sowie sein blütenreines Vorstrafenregister sprachen für ihn. Dass er außerdem durch Verzögerungen beim Landgericht durch das Verfahren seit fünf Jahren belastet ist, musste jetzt günstig für ihn wirken.

Verteidigung legte Revision ein

Der Mann war bereits im Oktober 2010 nach drei Jahren Verfahrensdauer von der Jugendschutzkammer des Landgerichts zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Die Verteidigung legte Revision ein, konnte diese aber erst 14 Monate später begründen, weil das schon gesprochene Urteil einfach nicht geschrieben wurde. Außerdem hatte die Kammer zwar für jede der vier Taten, bei denen der Angeklagte das Kind unsittlich angefasst hatte, eine Einzelstrafe ausgeworfen, bei der Bildung der Gesamtstrafe waren dann aber ganz andere Einzelstrafen angenommen worden.

Der BGH hob das Urteil schließlich auf. Zwar sah er die Taten als erwiesen an, das Strafmaß müsse aber neu ermittelt werden. In der neuerlichen Verhandlung stellte eine andere Kammer jetzt fest, dass bei sämtlichen Taten die Intensität der sexuellen Übergriffe im Urteil nur so oberflächlich beschrieben sind, dass deutlich geringere Strafen fällig werden.

Heraus kamen zwei Jahre auf Bewährung. Immerhin muss der Verurteilte seinem heute 17-jährigen Opfer als Bewährungsauflage 4000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

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