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Bund der Steuerzahler für Kreisfusionen

Kosteneinsparung Bund der Steuerzahler für Kreisfusionen

Je weniger Einwohner ein Landkreis hat, desto personalintensiver ist die Verwaltung – auf diesen Nenner lässt sich eine aktuelle Untersuchung des Bundes der Steuerzahler in Niedersachsen bringen.

Hannover. Der Steuerzahlerbund hat in einer Übersicht die für das Jahr 2012 bewilligten Personalstellen in 37 niedersächsischen Landkreisen sowie der Region Hannover aufgelistet und diese ins Verhältnis zur jeweiligen Einwohnerzahl gesetzt. Dabei ergaben sich erhebliche Unterschiede. Schlusslicht in dieser Statistik ist der Landkreis Peine, dort verwaltet ein Mitarbeiter lediglich 160 Bürger. Ein Mitarbeiter in der bevölkerungsreichen Region Hannover (mehr als 1,1 Millionen Einwohner) verwaltet dagegen 464 Bürger, also fast dreimal so viele.

Am zweitbesten schnitt in diesem Personalstellen-Vergleich der Landkreis Harburg (knapp 248 000 Einwohner) ab, dort verwaltet ein Mitarbeiter 448 Bürger. Auch die anderen vorderen Plätze werden von relativ bevölkerungsreichen Landkreisen wie Osnabrück, Vechta, dem Emsland oder Hildesheim belegt. Unter den fünf Landkreisen mit den schlechtesten Werten finden sich die vier einwohnerschwächsten Niedersachsens: Holzminden, Lüchow-Dannenberg, Osterode am Harz und Wittmund.

Göttingen ist bevölkerungsreichster Landkreis

Der Vergleich könnte auch für die derzeitigen Fusionsgespräche in Südniedersachsen aufschlussreich sein. Zwischen den drei an den Verhandlungen beteiligten Landkreisen gibt es hinsichtlich der Personalstärke erhebliche Unterschiede. Im Landkreis Northeim, der in dem landesweiten Vergleich im unteren Mittelfeld auf Platz 24 landet, gibt es für die mehr als 137 000 Einwohner knapp 584 Planstellen. Dies bedeutet, dass statistisch gesehen ein Mitarbeiter 236 Einwohner verwaltet.

Der Landkreis Göttingen – mit 258 000 Einwohnern ist er der mit Abstand bevölkerungsreichste Landkreis in Südniedersachsen – landet weiter vorn auf Rang 13. Hier hat die Verwaltung knapp 872 Planstellen, ein Mitarbeiter verwaltet damit 296 Bürger. Der Steuerzahlerbund zählt allerdings nur die Kreisbediensteten. Da die Stadt Göttingen die meisten Kreisaufgaben wie weiterführende Schulen und Sozialhilfe für ihr Gebiet selbst erledigt, könnten noch rund 420 Stellen dazugezählt werden.

Mit 200 Einwohnern je Mitarbeiter liegen Kreis und Stadt Göttingen dann auf einem eher schlechten Platz 30. In der Osteroder Kreisverwaltung, die in der Statistik den (drittschlechtesten) Platz 36 belegt, gibt es 456 Planstellen für etwa 76 000 Einwohner. Damit kommt je eine Planstelle auf 167 Bürger. Zum Vergleich: Der Landkreis Goslar, der gerne mit dem Landkreis Osterode fusionieren würde, landet im hinteren Drittel auf Rang 30. Dort verwaltet ein Mitarbeiter 215 Bürger.

Warnung vor voreiligen Schlüssen

Der Bund der Steuerzahler verweist zwar darauf, dass aus Kostengründen Kreiszusammenschlüsse dringend anzustreben seien, warnt aber gleichzeitig davor, voreilige Schlüsse aus der Tabelle zu ziehen. So hätten unterschiedliche Aufgabenverteilungen zwischen Landkreisen sowie kreisangehörigen Städten und Gemeinden oder die Siedlungsdichte und -struktur Einfluss auf die Personalstärke der Kreisverwaltungen. Außerdem hätten zahlreiche Kreise Aufgaben in Gesellschaften oder Zweckverbände ausgelagert, sodass deren Personal nicht mehr in den Stellenplänen der Kreisverwaltung erfasst sei.

Lediglich in einigen Landkreisen, darunter auch Göttingen und Osterode, tauchten beispielsweise auch die Bediensteten der verselbständigten Abfallwirtschaft in den Stellenplänen auf. Insgesamt zieht der Steuerzahlerbund aus den Zahlen den Schluss, dass der Stellenbestand der Kreisverwaltungen „einer kritischen Analyse zu unterziehen“ sei.

pid/ft

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Befragung in Northeim

Bewohner des Landkreises Northeim sehen die Auswirkungen eines größeren Kreises nur zu etwa 15 Prozent positiv, 38,5 Prozent schätzen sie negativ ein. 46 Prozent sehen die Fusionsfrage bislang neutral und nehmen eine mittlere Bewertung vor. Fast die Hälfte ist allerdings dafür, die Verhandlungen über eine Dreier-Fusion fortzuführen.

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