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Buntes Göttingen auf dem Markt

Aktionstag Buntes Göttingen auf dem Markt

Für Demokratie und Toleranz – gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus: Das sind die Ziele, die das Aktionsprogramm "Buntes Göttingen" am Sonnabend vor dem Alten verfolgt hat. Viele Infostände und ein ausgelassenes Bühnenprogramm sorgten dafür, dass auch die zweite Ausgabe zum Erfolg wurde.

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Quelle: Heller

Göttingen. Gleich nach der  Begrüßung von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) brachten die  Trommel- und Tanzeinlagen von der African Culture Group die Veranstaltung auf Touren. Der Einstieg, eine Reise rund um den Globus mit der Vorstellung der verschiedenen darstellenden Künste, war gelungen.

Mit dabei: die Musiker „3 Meters Away“. Sie bezeichnen sich selbst als Jemens erste Reggae-Gruppe und überzeugen das Publikum während ihrer kurzen Darbietung vor allem mit den deutschen Textanteilen. „Zusammen sind wir stark“, singen die Zuhörer um das Gänseliesel. Das klingt nicht nur nach einer leeren Liedzeile, sondern vor allem nach einem Aufruf zu mehr Solidarität. Der Kern der Veranstaltung.

Ein unbequemes Wachrütteln 

Nicht im Programm vorgesehen war der Protest einiger Aktivisten mit Antifa-Flaggen und Transparenten gegen Abschiebung. Sie kaperten die Bühne und demonstrierten für ihre eritreische Freundin, die in der vergangenen Woche aus Göttingen nach Italien abgeschoben wurde.

Ihrem Unmut machten sie lautstark Luft und forderten die Umstände für Geflüchtete maßgeblich zu verbessern. Das Publikum applaudierte zustimmend.

Von dieser unangemeldeten Aktion war Moderatorin Martina Frigge-Filbir nicht begeistert. Viele Besucher aber werteten die Protestaktion gegen Abschiebung als wichtigen Beitrag: Protest gehöre zum Gedanken der Demokratie und damit auch Aufmerksamkeit schaffen.  

Einen kritischen Blick ließen auch die Diskussionen zu, die zum Teil auf der Bühne begonnen und dann im Informationszelt der Stadt Göttingen weitergeführt werden konnten.

Die Themen: Demokratie, Fluchtursachen, Aufarbeitung der historischen Vergangenheit und rechtsorientierte Gewalt. Zu den Diskussionspartnern gehörte unter anderem Dr. Lars Geiges vom Institut für Demokratieforschung der Universität. Er beschäftigt sich vor allem mit Themen wie dem Einfluss von AfD und Pegida in Deutschland.

Die vielen Stände von regionalen Initiativen und Parteien - fast 40 nahmen teil - abseits der Bühne boten neben Informationen auch ein kulinarisch-abwechslungsreiches Angebot, Mitmachaktionen und sogenannte Walk Acts wie die kunterbunten Clowns von Jugendtheater Domino.

Machten deutlich, was Oberbürgermeister Köhler  mit der Veranstaltung in Verbindung gebracht hatte: „Wir haben aus voller Überzeugung die Charta der Vielfalt unterzeichnet."

Vielfältig war auch das Unterhaltungsprogramm mit russischen, lateinamerikanischen, tamilischen und weiteren Musikstilen und Tänzen. "So bunt wie die Kostüme und Trachten der Darstellenden ist auch unser Göttingen", erklärte Moderatorin Frigge-Filbir.

Aber auch Pop- und Rockklassiker waren zu hören. Die Sängerin Heidi Köpp absolvierte eine Ausbildung am Musikkonservatorium in Göttingen und tourt mittlerweile weltweit zu Auftritten in Funk und Fernsehen. Trotz hervorragender Stimme wirkte sie mit ihrem Solo-Auftritt  auf der großen Bühne etwas verloren.

Ganz anders: die Trommelgruppe der Musa um Albi Bührmann. „Congaja“ sorgte mit den namengebenden Congas, Djembé und weiteren Perkussioninstrumenten für richtig gute Stimmung auf dem Marktplatz und konnte sogar den Regen fortspielen.

Das gemeinsame Rudelsingen, angeleitet von Jörg Hillmann, zum Ende von "Buntes Göttingen" war der einzige Programmpunkt, der das Publikum nicht überzeugen konnte. Der Titel „Ein Hoch auf uns“ von Andreas Bourani lockte hier nicht zum sonst beliebten Rudelsingen.

Von Leslie Wathsack

"Buntes Göttingen" 2017

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