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Es werde Grün: Vorrang für den Stadtbus

Probefahrt Es werde Grün: Vorrang für den Stadtbus

Bei einer Informationsfahrt haben Verkehrsexperten der Stadt und der Göttinger Verkehrsbetriebe Mitgliedern der Fachausschüsse am Mittwoch die neue Technik vorgestellt, die dem Stadtbus im Stadtgebiet Göttingen Vorrang gewähren soll.

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Probefahrt in Sachen Busbeschleunigung: OB Köhler (rechts) mit Mitgliedern der Ratsausschüsse.

Quelle: Heller

Göttingen. Noch sind nicht alle Anlagen umgerüstet, und auch am Feintuning wird noch gearbeitet. Doch dass die neue Technik der Busbeschleunigung in einigen Straßenzügen der Stadt bereits funktioniert, haben die Verkehrsexperten der Stadtverwaltung und der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) am Mittwoch Mitgliedern der entsprechenden Fachausschüsse bei einer Informationsfahrt demonstriert. Ziel der auf mehrere Jahre angelegten Maßnahmen ist nach Angaben von Stadtbaurat und Baudezernent Thomas Dienberg die Beschleunigung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), und das wiederum sei als Teil des Klimaplans Verkehr zu sehen, den sich die Stadt zum Ziel gesetzt habe.

Kosten: Fünf-Millionen-Euro

Als ein Teil der sogenannten ÖPNV-Beschleunigung werden derzeit in mehreren Schritten die Lichtsignalanlagen im Stadtgebiet umgerüstet. Noch im August sollen die Arbeiten an 21 Anlagen entlang der Weender Landstraße und Hannoverschen Straße, Max-Born-Ring, Hildebrandstraße und Maschmühlenweg sowie Groner Landstraße und Kasseler Landstraße erneuert sein. Alle 85 Lichtsignalanlaen im Stadtgebiet sollen bis 2019 umgebaut sein. Das Projekt ÖPNV-Beschleunigung hat ein Volumen von rund fünf Millionen Euro und werde zu 75 Prozent gefördert, so Dienberg.

Verkehrsplaner Sören Koss begründete gegenüber den Mitgliedern der Ratsausschüsse für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität sowie für Bauen, Planung und Grundstücke, dass es vor allem an den Ampeln zu großen Zeitverluste bei den Stadtbussen komme. Die neue Technik solle am Ende die Busgeschwindigkeit um drei bis vier Stundenkilometer erhöhen. Das klinge nach wenig, aber GöVB-Geschäftsführer Michael Neugebauer versicherte: „In der Addition kann das sehr viel sein.“

Erster flächendeckender Einsatz in Deutschland

Wie die Busbeschleunigung mithilfe der neuen Technik funktioniert, erklärte Verkehrsingenieur Norman Matzner während der Sonderfahrt entlang der Weender Landstraße und der Hannoverschen Landstraße. An den Ampelmasten seien neue Steuergeräte eingebaut worden, die sich bei Bedarf zentral regeln ließen und die über integrierte Videodetektoren verfügten. Es handle sich um eine moderne, leistungsstarke und verkehrsabhängige Steuerungstechnik, die nicht nur über Sensoren den Verkehr erfasse, sondern auch mit energiesparenden LED ausgerüstet sei. Diese Ein-Watt-Technik der Signalgeber sei in Göttingen der erste flächendeckende Einsatz in Deutschland, so Matzner.

Bei den bisherigen Umbauarbeiten habe es große Probleme mit der Verkabelung gebeben, berichtete Matzner weiter. Daher hätten komplett neue Kabeltrassen in die Straße eingebaut werden müssen. Beim Umbau seien außerdem Unfallschwerpunkte berücksichtigt worden, indem zum Beispiel auf separate Linksabbieger-Schaltungen umbestellt worden sei. Die neuen Ampelanlagen würden außerdem von der bisherigen Festzeitsteuerung auf eine flexible, verkehrsabhängige Steuerung umgestellt. Matzner erklärte die Funktion den Fahrgästen während der Informationsfahrt: „Der Bordcomputer im Bus sendet ein Signal an das Steuergerät der Ampel. Der Bus erhält dann entweder nach einem verkürzten Umlauf ein Grünsignal, oder das bestehende Grünsignal wird bis nach dem Überqueren der Kreuzung verlängert.“ Das Ganze nenne sich bedingte Bevorrechtigung und habe auch Auswirkungen auf die grüne Welle des Individualverkehrs. „Das heißt aber nicht, dass der Individualverkehr komplett lahmgelegt wird“, versichert der Verkehrsingenieur.

Abwägen zwischen ÖPNV und Individualverkehr

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) sagte, es gelte zwischen dem Individualverkehr und dem ÖPNV abzuwägen. Sabine Morgenroth (Grüne), Vorsitzende des Mobilitätsausschusses, zeigte sich nach den Informationen begeistert von der neuen Technik. „Wir wollen ja den Individualverkehr zugunsten des Umweltverbundes zurückdrängen“.

Von Britta Eichner-Ramm

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