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Champions-League-Finale: Peter Menzel drückt dem FCB die Daumen

Mitfiebern und mitleiden Champions-League-Finale: Peter Menzel drückt dem FCB die Daumen

Das Fieber und das leichte Grisseln, das Markus Diedrich und Peter Menzel seit Tagen am ganzen Körper spüren, ist nicht krankhaft, nimmt aber stetig zu. Grund dafür ist das bevorstehende Finale in der Fußball-Champions-League im Londoner Wembley-Stadion zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München.

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Von einem solchen Zimmer träumen sicherlich viele junge Fans der Bayern: Der zwölfjährige Desingeröder Niklas Menzel in seinem „Allerheiligsten“.

Quelle: Schauenberg

Desingerode. Die beiden Desingeröder sind glühende Fans der beiden Vereine, Diedrich drückt dem Klopp-Team die Daumen, Menzel den Heynckes-Schützlingen.

Wobei es bei beiden eigentlich mehr als Daumen drücken ist, denn die Eichsfelder sind echte Fans, vielleicht sogar ein bisschen fanatisch. Meistens ist das Wort fanatisch ja negativ belegt. Nicht so bei Diedrich und Menzel, die mitfiebern und mitleiden, dabei aber nie die Kontrolle verlieren, die Leistung des Gegners stets anerkennen – selbst wenn es in dem einen oder anderen Fall schwerfällt.

Am heutigen Sonnabend wäre ein solcher Fall. Die Aussicht, dass eine deutsche Mannschaft in jedem Fall den Pokal in die Händen halten wird, ist für beide Desingeröder keine befriedigende Alternative. „Ich bin Dortmund-Fan und nicht Deutschland-Fan“, so Diedrich unmissverständlich.

Wann von ihm das „Dortmund-Virus“ Besitz ergriffen hat, selbst bei angestrengtem Nachdenken fällt es dem 28-Jährigen nicht ein. Vom Elternhaus her kann es nicht kommen. Sein Vater Norbert ist Gladbach-Fan, Bruder Marcel hat überhaupt nichts mit Fußball am Hut.

„Ich habe früher immer die Bundesliga-Konferenz im Radio gehört, fand eigentlich schon immer Dortmund gut“, kann Diedrich seine große Sympathie aber nicht an einem Spieler oder Ereignis festmachen.

Dortmund-Fans: Markus Diedrich und Töchterchen Mira.

Dortmund-Fans: Markus Diedrich und Töchterchen Mira.

Quelle:

Bayern-Leidenschaft auf die Familie übertragen

Da geht es Peter Menzel anders. Der 50-jährige Automatentechniker, der früher selbst auch aktiv war, jetzt ab und an bei den Alten Herren in Desingerode mitspielt, war und ist ein glühender Fan von Gerd Müller, dem „Bomber der Nation“. „Ich war früher selber auch Stürmer, von daher fühlte ich mich zu Gerd Müller hingezogen“, erzählt Menzel.

Er hat seine Bayern-Leidenschaft auf seine Familie übertragen, zumindest auf einen großen Teil. Seine Frau Mausi („Wenn man ihren richtigen Namen nennen würde, würde gar keiner wissen, wer gemeint ist“) guckt Fußball, weil Mann und Kinder auch gucken. Bei Sohn Niklas (12) und Tochter Amelie (10) sieht es schon anders aus.

Menzel-Junior ist bereits eingetragenes Vereinsmitglied beim diesjährigen Deutschen Meister, das Töchterchen gehört dem Kids-Club an. Doch damit nicht genug. Menzel-Senior richtete seinem Filius ein Bayern-Zimmer ein. „Es ist blau-rot gestrichen, mit einem Bayern-Emblem an der Wand, einem Bayern-Teppich und Bettwäsche gibt es natürlich auch“, erläutert Peter Menzel.

Nicht zu vergessen die Fahne am Mast im Garten der Menzels. „Die ist schon ganz zerfleddert. Aber ich bin abergläubisch. Wenn wir das Triple geschafft haben, dann gibt es eine neue.“ Etwas Neues gab es schon zum 50. Geburtstag des Desingeröders.

Sportliche Werdegang des Nachwuchses vorgezeichnet

Freunde schenkten ihm einen Stehtisch mit einem eingelassenen Bayern-Emblem auf der Tischplatte. „Der Tisch ist ein Unikat“, ist Menzel sehr stolz auf sein Präsent.

Mit allen möglichen Fan-Utensilien ist natürlich auch Markus Diedrich ausgestattet. Der gebürtige Gieboldehäuser, den es der Liebe wegen nach Desingerode verschlug, war auch schon des öfteren im Signal-Iduna-Park. „Wir würden auch noch häufiger hinfahren, aber die Zeit ist durch Familie und Arbeit nicht immer vorhanden“.

Und so beobachtet der Bundespolizist auch sehr gern seine Borussen im Fernsehen. In Gesellschaft seiner Frau Nina („Sie ist jetzt nicht unbedingt Fan, guckt aber mit“) und zwei befreundeten Pärchen werden die Diedrichs das Finale in Nesselröden bei Freunden gucken.

Töchterchen Mira wird dann schon selig schlummern, wobei die im März ein Jahr alt Gewordene das perfekte Outfit für den Finalabend hätte. „Meine Eltern haben ihr zum ersten Geburtstag einen BVB-Trainingsanzug geschenkt“, erzählt der DJK-Stürmer.

Der sportliche Werdegang des Nachwuchses scheint also auch im Hause Diedrich vorgezeichnet, denn immerhin war Mira kaum auf der Welt, da war sie schon mit einem BVB-Strampler bekleidet. „Ich wusste nichts davon, damit hat mich meine Familie überrascht“, erinnert sich Markus Diedrich gern an diesen Gag.

„Kampf der Giganten“

2:1 nach 90 Minuten ist sein Tip für heute. „Dortmund hat nichts zu verlieren. Es hat keiner gedacht, dass die Mannschaft überhaupt so weit kommt, deswegen kann sie auch locker aufspielen“, glaubt er. Felsenfest von einem Sieg der Bayern ist natürlich Peter Menzel überzeugt.

„Wir haben eine überragende Saison gespielt, die Moral war super, alles stimmte. Ein wenig Sorgen mache ich mir allerdings um unseren Torwart Manuel Neuer, der hat in der Saison nicht so viel draufbekommen“, zeigt er eine vielleicht kleine Schwachstelle auf. „Wir gewinnen 3:1“, ist er sich trotzdem sicher.

Per E-Mail oder Whats App hat er seine Freunde und Bekannten in sein Haus eingeladen, ermöglicht ihnen mit großer Leinwand und Beamer einen freien Blick auf den „Kampf der Giganten“. „Ich gucke gern in Gesellschaft. Unter unseren Freunden sind nicht nur Bayern-Fans. Die Neutralen sind meist für Dortmund“, weiß er aus Erfahrung.

Egal, welchem Lager Menzels Gäste angehören: Nach jedem Tor der Bayern gibt es aus alter Tradition heraus einen Ramazotti. Peter Menzel ist ohnehin freigiebig, aber in diesem speziellen Fall hofft er inständig darauf, dass keiner nüchtern sein Haus verlässt.

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Von Redakteur Vicki Schwarze

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