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Chance oder Millionengrab?

Logistik am Siekanger Chance oder Millionengrab?

Der „große Fisch“ ist schon lange von der Angel, jetzt fürchten Göttinger Politiker auch noch den Untergang des Fangbootes und wollen den Notanker werfen. Ihre Sorge: Die Stadt könnte Millionen Euro versenken, wenn sie auf dem Siekanger zwischen Grone und Rosdorf jetzt eine große Ackerfläche für neue Logistikunternehmen erschließt.

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Blick auf den Siekanger zwischen Bahntrasse und Rosdorf: Die Verwaltung will jetzt die Fläche für das Güterverkehrszentrum 3 erschließen, um Zuschüsse zu sichern.

Quelle: Hinzmann

Die Vorgeschichte: Göttingen setzt auf Wachstum in der Logistikbranche und hat bereits einen Umschlagplatz zwischen Straße und Bahn am Güterbahnhof erschlossen – das Güterverkehrszentrum (GVZ) 1 und 2. Am Siekanger soll auf einer 200 000 Quadratmeter großen Fläche Platz für weitere Logistiker geschaffen werden. Vor Jahren gab es Verhandlungen mit einem Interessenten für die Gesamtfläche, den Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) als „großen Fisch bezeichnete“. Der ist abgesprungen und die Finanzkrise hat den Markt verändert. Jetzt will die städtische Wirtschaftförderungsgesellschaft GWG die Fläche in kleineren Einheiten vermarkten und wirbt ebenfalls mit der angrenzenden Bahnlinie. Für die Erschließung des GVZ 3 bekommt die Stadt von der EU sogar Zuschüsse in Höhe von 3,6 Millionen Euro.

„Wir haben immer wieder Anfragen“, sagt GWG-Geschäftsführer Klaus Hoffmann. Die Chancen, die Fläche in kleineren Einheiten zu vermarkten, seien groß. Dazu müsse das Gelände aber erreichbar und nutzbar sein – erschlossen mit einer Zufahrt, Straße, Strom, Wasser, und Kanälen. Für den Bauauftrag wollte die GWG jetzt das Okay vom Stadtrat, bekam aber erst einmal eine Abfuhr. Die CDU forderte Beratungszeit, unterstützt von den Grünen.

Inzwischen ist klar: Die CDU wird den Straßenbau ablehnen. Mit Blick auf Konkurrenzflächen im Umland und einer „kaum kalkulierbaren“ Differenz zwischen Kauf- und möglichem Verkaufspreis fürchtet ihr Fraktionschef Fritz Güntzler „ein Millionengrab“. Selbst wenn die Stadt zu besten Bedingungen verkauft, muss sie schon als indirekte Wirtschaftsförderung 3,5 Millionen Euro zuschießen. Würden Interessenten aber statt der geforderten 35 Euro zum Beispiel nur 27 Euro je Quadratmeter zahlen, steige der Verlust auf über fünf Millionen Euro. Außerdem fürchtet die CDU, dass die Stadt irgendwann die EU-Zuschüsse zurückzahlen muss, wenn keine echten Logistik-Firmen auf den Siekanger gelockt werden können und damit der Förderzweck ausgehebelt werde.

Die Grünen haben ähnliche Sorgen. Die „unsinnige Konkurrenz“ in der Region „ist für alle Seiten ruinös“, sagt ihr Fraktionsvorsitzender Rolf Becker und sieht einen realen Verkaufspreis eher bei 25 Euro. Es wäre zudem „völlig unzuträglich für den ökologischen Nutzen einer gezielten Verkehrslenkung von der Straße auf die Schiene“, wenn die Grundstücke an andere Gewerbe gingen. Wichtiger sei es, zunächst die geplante Nordanbindung des jetzigen GVZ an den Autobahnzubringer zu schaffen, damit der große Teil der Fördergelder schon verbaut wird. Wie sie in der Sondersitzung abstimmen werden, entscheiden die Grünen morgen. SPD und der Oberbürgermeister hatten im Rat für ein schnelles positives Votum geworben – auch mit Hinweis auf entstehende Konkurrenzflächen.

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Die Ratsfraktion der Göttinger Linken zweifelt weiterhin an der Sinnhaftigkeit des Güterverkehrszentrum III (GVZ). Aus den großen Versprechungen für Neuansiedlungen auswärtiger Investoren sei bisher nur eine Firmenverlagerung geworden, teilt die Partei mit Blick auf die Zufall-Pläne mit.

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