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„Da geht die Welt noch einmal auf“

Universität des dritten Lebensalters „Da geht die Welt noch einmal auf“

Claus Cammann ist 80 Jahre alt und geht regelmäßig zur Uni. Mehr als 300 ältere Studenten sitzen mit ihm am Montag in der Auftaktveranstaltung der Universität des dritten Lebensalters (UdL). Seit 1995 organisiert die UdL jedes Semester auch Seminare für Rentner, die sich weiterbilden möchten.

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Voll besetzter Hörsaal: Die Universität des dritten Lebensalters bietet ein Lehrangebot für ältere Studenten.

Quelle: Engler

Der Auftakt-Vortrag von Heinrich Detering, Professor für Neuere deutsche Literatur und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Göttingen, über „Thomas Mann und die Religion“ lockt so viele Zuhörer in den Hörsaal, dass einige auf den Treppen sitzen. „Ich bin extra aus Einbeck hergefahren, um Professor Detering zu hören“, erzählt Cammann. „Der spricht ganz hervorragend, sehr flüssig, und kann einem die Literatur dadurch sehr nahe bringen.“

Sein Sitznachbar Gerd Stege besucht die Veranstaltungen der UdL schon seit sieben Jahren. „Das ist eine ganz hervorragende Erfindung“, sagt der 76-Jährige. Ich kann zu allen Seminaren gehen und somit mein Wissen enorm erweitern.“ Vor allem die Literatur- und Geschichtsvorlesungen haben es ihm angetan.

Dieses Mal startet Detering allerdings etwas ungewöhnlich in die Vorlesung: „Ich muss Ihnen mitteilen, dass ich noch keine 24 Stunden wieder in Deutschland bin und daher etwas aus dem Rhythmus“, sind seine ersten Worte. „Für meinen Körper ist es gerade vier Uhr nachts. Falls ich also hier vorne zusammenbrechen sollte, dann verlassen Sie bitte einfach geräuschlos den Saal. Dann schlafe ich.“ Gisela Jockwer ist nicht nur von Detering begeistert, sondern vor allem vom neuen Alltag, der sich durch das Studium für sie ergeben hat. „Da geht die Welt noch einmal auf“, schwärmt die 70-Jährige.

Schon seit Beginn der UdL wollte sie wieder die Unibank drücken, doch erst seit drei Semestern kommt sie regelmäßig dazu. Die russische Literatur hat sie in die Universität gezogen. „Und es sind ja nicht nur die Vorlesungen. Man lernt hier neue Freunde kennen und ist einfach noch einmal ganz anders gefordert.“ Gemeinsam mit anderen UdL-Besuchern war Jockwer auch schon privat auf Reisen. Sowohl Venedig als auch Sankt Petersburg haben sie besichtigt. Dass der Botanische Garten in diesem Semester eine Sonderveranstaltung anbietet, findet sie besonders schön, denn „das ist mein Lieblingsort in Göttingen“.

Davon ist auch Heidemarie Hohls begeistert. Die 66-Jährige ist für Kunst, Literatur, russische Geschichte und für das Seminar im Botanischen Garten eingeschrieben. „Ich komme jetzt dreimal in der Woche hierher und habe dadurch eine ganz andere Struktur im Alltag“, sagt die ehemalige Buchhändlerin. „Wir bereiten uns ja auch vor und arbeiten nach, das ist einfach wunderbar. So etwas hat vor der UdL einfach gefehlt.“

In diesem Semester bietet die UdL Seminare aus den Fachbereichen Botanik, Geschichte, Gesundheit, Islamwissenschaften, Kunstgeschichte, Literatur, Musik, Philosophie und Theologie an. Anmeldungen für das laufende Semester können bis Donnerstag, 21. April, im UdL-Büro in Göttingen, Waldweg 26, eingereicht werden.

Von Marina Engler

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