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Das kleine Image-Problem

Wochenend-Kolumne Das kleine Image-Problem

Göttingen hat derzeit ein kleines Problem mit seiner Außenwirkung. Findet die Ratsfraktion der Linken. Wenn die Stadt am Rande Niedersachsens schon mal in den Mittelpunkt des Interesses rückt, dann mit Themen wie Organskandal, Fußmatten-Streit oder Rücktrittsforderungen gegen hiesige Bundestagsabgeordnete.

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Markus Scharf.

Quelle: Archivbild

Das ist nicht schön, findet der Linken-Fraktionsvorsitzende Gerd Nier. Und da hat er ja auch irgendwie Recht. Denn eigentlich möchte Göttingen ganz anders sein – anziehend, jung, sexy, intelligent und hochpreisig bei den Immobilien.

Göttingen – Stadt, die Wissen schafft – die jungen Nachwuchskräften und renommierten Wissenschaftlern aus aller Welt den roten Teppich ausrollt. Und was bleibt dank der Medien davon bei denen hängen: Wie sollen die mir dort rote Teppiche ausrollen, wenn sie sich schon über Fußmatten in die Haare kriegen?

Dabei will ich jetzt mal eine Lanze brechen für die Grundhaltung der in diesem Punkt viel gescholtenen Stadtverwaltung. Viele edle Steine und manchmal viel zu edles Holz wurden verbaut, um unsere Innenstadt noch schöner zu machen. Das lässt man sich doch nicht von irgendwelchen und noch dazu uneinheitlichen Matten verdecken. Schließlich ist akkurate Attraktivität in der Flaniermeile auch ein Standortvorteil. Für die, die es mögen.

Spitzensport macht übrigens angeblich auch sexy. Und zwar nicht nur die, die ihn betreiben, sondern gleich die ganze Stadt, in der er betrieben wird. Und weil das so ist, soll die Stadt auch ihren Teil dafür bezahlen. Sagen die, die ihn betreiben. Und der, der künftig unser Oberbürgermeister werden will (SPD). Und der, um dessen Rücktritt in Berlin derzeit heiß diskutiert wird (SPD).

Das prüfen wir aber mal ganz vorsichtig, sagen die, die sich noch an Zukunftsplan und Spardiktat erinnern – oder die der SPD das prestigeträchtige Wahlkampfthema einfach nicht gönnen wollen.

Interessant wird es noch einmal durch die parteipolitische Meinungsvielfalt in der Aussage dessen, der in Göttingen die Fraktion führt (SPD): „Die Stadt kann das nicht alleine stemmen.“ Es folgt die Anregung einer kommunalen Sportstiftung. Auch gut.

Wie wäre es dann auch gleich mit einem Förderverein der Sportaktiven für die Stadt nach Vorbild aus der Kulturszene. Schlage analog zu KUNST (Kultur unterstützt Stadt) den KORB (Kleiner Obolus Richtung Bürgermeister) vor.

Wie groß der Stadtmarketing-Effekt von Sport wirklich ist, kann jeder selbst überprüfen. Was assoziieren Sie zum Beispiel mit Melsungen oder Fulda? Genau. Handball- und Tischtennis-Bundesliga. Und würden Sie jetzt auch ihre Entscheidung zu Wohnort oder auch nur Wochenendausflug davon beeinflussen lassen? – Nun denn.

Abschließend seien noch zwei absolut untaugliche Versuche genannt, die den Aufenthalt unserer Gäste in der Stadt verlängern sollen. Das Streichen von Bahnverbindungen oder die Verlängerung der Abreise durch Tempo 30 auf den Ausfallstraßen werden das Image der Stadt vermutlich eher negativ beeinträchtigen.

Nier übrigens wollte durch seinen Einwurf die Rückkehr zur sachbezogenen und bürgerfreundlichen Politik proklamieren. Ein Beispiel gefällig? Ein Antrag seiner Partei zielt auf das Kreisverbindungskommando Göttingen.

Aus der Begründung: „Die Ratsfraktion der Göttinger Linken möchte verhindern, dass [...] die Militarisierung unserer Gesellschaft immer weiter vorangetrieben wird.“ Ob das Göttingens kleines Image-Problem löst, bleibt abzuwarten.

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