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Demo gegen Abtreibungsverbot in Göttingen

Gegen Paragrafen 218 und 219 Demo gegen Abtreibungsverbot in Göttingen

Gut 200 Menschen haben am Sonnabendmittag gegen die Abtreibungsparagrafen 218 und 219 demonstriert. Sie forderten die Abschaffung der Strafvorschriften.

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Demo des Bündnisses "Wir sind laut" für körperliche Selbstbestimmung und gegen die Paragrafen 218 und 219a.

Quelle: Richter

Göttingen. „Mein Bauch gehört mir“ hieß es Anfang der 1970er Jahre, als eine Kampagne einschließlich einer erhitzt geführten Debatte um das Recht auf Schwangerschaftsabbruch und die Abschaffung des Paragrafen 218, das Abtreibung unter Strafe stellt, begann. Knapp fünf Jahrzehnte später werden die gleichen Forderungen wieder erhoben – besonders, seitdem die Gießener Ärztin Christina Hänel im November vergangenen Jahres wegen angeblicher Werbung für den Schwangerschaftsabbruch zu einer Geldstrafe in Höhe von 6000 Euro verurteilt wurde. Auf ihrer Internet-Seite hatte Hänel über den Eingriff informiert und damit nach Ansicht der Richter gegen den Paragrafen 219 verstoßen: Während der Paragraf die Abtreibung selbst verbietet, stellt der Paragraf 219 die Werbung dafür unter Strafe. Das Verfahren rückte die Themen Abtreibung und Paragraf 218/219 erneut bundesweit in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Am Sonnabendmittag nun trafen sich gut 200 Paragraf-218-Gegner auf dem Bahnhofsvorplatz, um von dort aus durch die Göttinger Innenstadt zu ziehen. Eine Sprecherin der Gruppe „Wir sind laut“ erklärte in ihrer Auftaktrede, bis heute würde schwangeren Frauen das Recht auf Selbstbestimmung verweigert – beispielsweise dadurch, dass vor einer dann straffreien Abtreibung innerhalb der ersten drei Monate der Schwangerschaft im Paragraf 218 eine Beratung zwingend vorgeschrieben sei. Diese Zwangsberatung sei nicht neutral, sondern müsse zusätzlich per Gesetz dazu dienen, Schwangere zu einer Fortsetzung der Schwangerschaft zu bewegen. Viele dieser Beratungsstellen, erklärte die Rednerin, seien konfessionell gebunden – christlich oder sogar christlich-fundamentalistisch.

Konservative bis völkisch-nationale Kreise träfen sich zudem jedes Jahr zum „Marsch für das Leben“, um die öffentliche Meinung in ihrem Sinne zu beeinflussen und den Frauen das Recht der Selbstbestimmung über ihren eigenen Körper zu nehmen: „Schwangere Personen werden bevormundet“, so das Ergebnis. Notwendig und gesellschaftlich überfällig sei die Abschaffung der beiden Paragrafen 218 und 219.

Nach dem Auftakt auf dem Bahnhofsvorplatz setzten sich die Demonstranten in Richtung Innenstadt in Bewegung. Zunächst ging es zum Wilhelmsplatz, wo es eine Zwischenkundgebung gab, danach zum Gänseliesel vor dem Alten Rathaus. Ihren Abschluss fand die Protestveranstaltung wieder am Göttinger Bahnhof.

Von Matthias Heinzel

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