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„Die GAB schränkt uns stark ein“

Demonstration von Flüchtlingen „Die GAB schränkt uns stark ein“

Für Integration statt Isolation, zertifizierte Deutschkurse, günstigen Nahverkehr, Internetzugang und eine dezentrale Unterbringung haben am Donnerstag in Wollershausen untergebrachte Flüchtlinge demonstriert. Rund 70 Menschen versammelten sich zur Kundgebung vor dem Kreishaus in Göttingen.

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Geflüchtete aus Wollershausen demonstrieren gemeinsam mit Unterstützern vor dem Kreishaus in Göttingen.

Quelle: Mischke

Göttingen. Bei nasskaltem Wetter protestierten etwa 30 Geflüchtete gegen die Lebensbedingungen in der Flüchltingsunterkunft in Wollershausen. Die Unterkunft wird von der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen (GAB) betrieben. Unterstützt wurden die Flüchtlinge dabei von etwa 40 Anhängern der Göttinger Institutionen Basisdemokratsche Linke, der Initiative OM10 und des Arbeitskreises (AK) Asyl. Mehrsprachige Banner und Schilder mit Aufschriften wie „Raise your Voice“ und „Kein Mensch ist illegal“ hielten die Demonstranten in die Höhe. Die Demo stand unter dem Motto „Gegen die Fremdbestimmung durch GAB und Landkreis - für ein selbstbestimmtes Leben aller Geflüchteten in Wollershausen und überall“.

Für Integration statt Isolation, zertifizierte Deutschkurse, günstigen Nahverkehr, Internetzugang und eine dezentrale Unterbringung haben am Donnerstag in Wollershausen untergebrachte Flüchtlinge demonstriert. Rund 70 Menschen versammelten sich zur Kundgebung vor dem Kreishaus in Göttingen.

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Besonders die isolierte Lage der Unterkunft in einem kleinem Dorf und die nicht zertifizierten Deutschkurse sorgten für Umnut unter den Geflüchteten. „Wir lernen bei Dolmetschern und nicht bei zertifizierten Lehrern“, bemängelte Najfai, ein Bewohner der Unterkunft. „Wir haben keinen Internetzugang, und leben auf engstem Raum zusammen“, kritisierte eine Bewohnerin aus Syrien. Selbstbestimmtes Umziehen und Wohnen werde von den Behörden mit aller Macht verhindert, erzählt die Syrerin. „Die GAB schränkt uns in allem stark ein“, fügte ein weiterer Flüchtling hinzu.

Bereits Ende des vergangenen Jahres gab es Demonstrationen gegen die Bedingungen in der Unterkunft. „Langfristig werden die Proteste etwas bewegen“, sagte Karl Becker vom Göttinger Hausprojekt OM10. Er habe nicht die Hoffnung, dass sich schnell etwas an der Situation ändert. „Aber wir bleiben dran. Die Flüchtlinge haben auch gar keine Alternative dazu.“

Die Vorwürfe gegen die Art der Flüchtlingsunterbringung in Wollershausen seien „nicht nachvollziehbar“, erklärte die Göttinger Kreisverwaltung. Grundsätzlich habe eine zentrale Einrichtung den Vorteil, dass Integrations- und Qualifizierungsangebote für die Flüchtlinge gut organisiert werden können. Das treffe in besonderer Weise auf Wollershausen zu, sagte Verwaltungssprecher Ulrich Lottmann. So biete die GAB unter anderem abgestufte Deutschkurse an. Andere Bewohner nähmen an VHS-Sprachkursen in Duderstadt teil, die Busfahrten würden erstattet. Daneben gebe es weitere Qualifizierungsmaßnahmen, aber: „Leider muss man feststellen, dass das gute und qualifizierte Angebot der GAB von einigen Bewohner nicht angenommen wird“, so Lottmann.

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