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Den Vögeln das Leben erleichtern

Vögel im Winter Den Vögeln das Leben erleichtern

Die Vogel-Fütterung soll verhindern, dass die Tiere im Winter Hunger leiden. Dafür kann das Vogelfutter auch ganz einfach selbst hergestellt machen. Welche Früchte, Beeren und Nüsse sich eignen und was bei der Vogelfütterung zu beachten ist, das weiß Hans Heinrich Dörrie vom Arbeitskreis Göttinger Ornithologen.

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Quelle: r

Göttingen. „Selbstverständlich kann man füttern, wenn man Spaß daran hat“, sagte Dörrie. „Das sei völlig legitim und eine hervorragenden Möglichkeit den Vögeln nahe zu kommen.“ Ein große Notwendigkeit für das Füttern sieht Dörrie derzeit nicht. Bei der Fütterung sei einiges zu beachten, sagte das Mitglied des Arbeitskreises Göttinger Ornithologen. Futterstellen sollten beispielsweise nicht in der Nähe von Glasfronten aufgestellt werden. „Denn wenn Vögel einen Sperber sehen, geraten sie in Panik und könnten dann gegen die Glasscheibe fliegen.“

Auch sollte der Vogelfreund dafür Sorge tragen, dass der Futterplatz vor Katzen gesichert ist. Aufhängen oder aufständern, empfiehlt Dörrie. Und über das Gewicht der gefiederten Freude, muss man sich hingegen nicht viele Sorgen machen. „Singvögel wiegen zwischen fünf und 20 Gramm“, sagte Dörrie. Doch es gibt auch schwerere Vögel, die sich gerne in Futterhäuschen bedienen. Eine wohlgenährte Ringeltaube beispielsweise kann bis zu einem halben Kilo schwer werden.

Für Dörries Lieblingsvögel, die Sommergoldhähnchen, sind diese von Menschen errichteten Futterquellen nicht relevant. Das Sommergoldhähnchen ist, wie viele andere Vögel auch, ein Insektenfresser. Vom Sommergoldhähnchen überwintern nur einige wenige Exemplare in den hiesigen Breiten. Sie suchen sich ihre Insekten-Nahrung im Laub.

„Wenn sie Amseln aber eine große Freude machen wollen, dass schneiden sie Äpfel klein und legen sie auf dem Boden aus. Das mögen sie besonders gerne“, sagt Dörrie.

Das Vogelfutter kann relativ einfach selbst hergestellt werden:

Vogelfutter für Weichfutterfresser

Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Amseln und Stare gehören zu den sogenannten Weichfutterfressern. Wie der Name schon sagt, fressen sie am liebsten weiches Futter. Dazu gehören

heimische Beeren (Weißdorn, Holunder, Sanddorn, Eberesche oder Schlehe)

Hagebutten

Äpfel

Haferflocken

Weizenkleie

Rosinen

Gerade Beeren und Hagebutten können auf einem Waldspaziergang gesammelt werden. Am gesündesten sind die Früchte, die nicht direkt an Straßen oder an gespritzten Feldern wachsen. Achte auch darauf, dass noch Früchte übrig bleiben, damit die natürliche Nahrungsquelle nicht zerstört wird.

Um sie haltbar zu machen, können sie auf dem Kachelofen oder dem Heizkörper trocknen. Verzehrfertig für die Vögel sind sie, wenn sie sich wie zähes Leder anfühlen und keine feuchten Stellen mehr haben. In einem Leinenbeutel können sie an einem kühlen und trockenen Ort aufbewahrt werden. Die Beeren halten sich aber auch eingefroren.

Futter für Körnerfresser

Finken, Sperlinge (Spatzen), Zeisige, Dompfaffen und Gimpel gehören zu den Körnerfressern. Sie fressen am liebsten:

Körner verschiedener Getreidesorten

Sonnenblumen- und Kürbiskerne

Bucheckern

Wal- und Haselnüsse (gehackt)

Samen von Gräsern, Kletten, Brennnesseln, Disteln, Ampfer und Löwenzahn

Hanfsaat

Auch diese Zutaten sind in Gebüschen, an Waldrändern oder auf abgeernteten Biofeldern zu finden.

Meisen, Spechte und Kleiber haben es besonders einfach, denn sie gehören zu den „Allesfressern“. Sie fressen sowohl Körner, als auch weiches Futter.

Um viele verschiedene Vögel anzulocken und allen über den Winter zu helfen, ist also eine Mischung aus weichem und Körnerfutter empfehlenswert.

Vogelfutter selbst herstellen

Fett ist im Winter für Vögel ein wichtiger Energielieferant. Das Fett im Vogelfutter ersetzt die tierische Kost, welche im Sommer zur Verfügung steht. Zudem schützt das Fett die Körner vor Nässe, sodass das Futter nicht so schnell verdirbt.

So kann die Körnerfuttermischung hergestellt werden:

Ungesalzenes Pflanzenfett langsam erhitzen. Die Zugabe von Speiseöl im Verhältnis 1:5 (Speiseöl zu Pflanzenfett) verhindert, dass das Futter bröckelig wird. Doppelt so viele Körnern, also Getreide, wie gehackte Nüsse, Samen, Sonnenblumenkernen hinzufügen. Denn je vielfältiger die Mischung ist, umso mehr Vögel finden Gefallen daran. Die Mischung kann zu Knödeln geformt oder in Kokosnussschalen gefüllt und dann aufhängt werden. Auch Tontöpfe eignen sich sehr gut, denn durch das Loch kann ein Zweig gezogen werden, bevor er Topf befüllt wird. Daran können sich die Vögel festhalten.

So funktioniert die Herstellung einer Weichfuttermischung:

Wieder Pflanzenfett erhitzen und etwas Speiseöl hinzugeben. Die gleiche Menge an weichem Futter, also Beeren, Hagebutten, oder Haferflocken unter das Fett geben. Auch dieses Futter kann zum Aufhängen zubereiten werden. Weichfutterfresser suchen ihr Futter jedoch gerne auch auf dem Boden. Die Mischung kann also auch einfach ausgestreut werden.

Natürlich können die verschiedenen Früchte, Beeren, Kerne und Samen auch einfach in einen Futterspender gefüllt werden.

Von Frank Beckenbach

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