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Der Fluch der Götterstatue

Roman Der Fluch der Götterstatue

Das vor fünf Jahren entdeckte Römerlager bei Hedemünden ist jetzt auch ein literarischer Schauplatz: In seinem historischen Roman „Der Fluch des Tyr“ schildert Eiko Lajesak, wie die römischen Soldaten der XXI. Legion des Lagers sich plötzlich eines unheimlichen Feindes erwehren müssen.
Der Göttinger Autor Lajesak, bislang als Autor verschiedener Fantasy-Geschichten bekannt, meistert den literarischen Ausflug in die Römerzeit mit Bravour. „Der Fluch des Tyr“ breitet eine Geschichte um die Legio XXI. „Rapax“ aus, die im Herbst vor 2000 Jahren im Römerlager oberhalb der Werra stationiert ist. Als die Römer von einem eigentlich verbündeten Chatten-Stamm einfordern, rebellieren die Germanen. Nachdem die Legionäre deren Dorf zerstört haben, nehmen sie das mit kostbarem Bernstein verzierte Holzstandbild des germanischen Kriegsgottes Tyr mit, das der neue Präfekt des Lagers, Decimus Claudius, nach Rom schicken will. Doch ein plötzlicher Wintereinbruch schneidet den Außenposten von seinen Versorgungslinien ab, und der germanische Gott schickt scheinbar Tod und Verderben über den militärisch vermeintlich starken Stützpunkt. Krankheiten befallen Mensch und Vieh, Wölfe schleichen um das Lager. Die 200 römischen Kriegsveteranen glauben schließlich, dass ein Fluch über der Tyr-Statue liegt und werden von den nach Rache dürstenden Germanenkriegern und einem riesigen Bären angegriffen: Der Kampf der Römer um das Überleben im Land der Barbaren beginnt.
Aus dem Fantasy-Genre mitgenommen hat Autor Lajesak den Hang zur Mystik und zur Action. Auch wenn dies den Roman manchmal in Trivialliteratur-Nähe rückt, bekommt beides der Erzählung gut: Atmosphärisch dicht erzählt, fällt es nicht leicht, das Buch aus der Hand zu legen, bevor sich das Schicksal der Hauptpersonen erfüllt hat.
Ein wenig nervig allerdings ist, dass Lajesak seinen Text so stark mit römischem Vokabular aufgeladen hat, dass dies manchmal den Lesefluss stört. Zwar findet sich am Ende des Bandes ein sorgfältig redigiertes und sehr informatives Glossar, aber viele Begriffe hätten auch im eigentlichen Text ohne großen Authentizitätsverlust kurz erläutert werden können.
Zwar wird nicht jeder Erzählstrang schlüssig zu Ende geführt, eins aber prägt Lajesaks Erzählung bis zum Schluss: Die Spannung hört nie auf. Erschienen bei dem Göttinger Verlag Stein Medien in seiner „Edition Zeitreise“, bietet „Der Fluch des Tyr“ uneingeschränktes Lesevergnügen, und das auch noch mit historischem Lerneffekt.
Eiko Lajesak: „Der Fluch des Tyr. Ein historischer Roman über das Römerlager Hedemünden“, Stein Medien (Edition Zeitreise), Göttingen, 2009, 188 Seiten, 13,80 Euro.

hein

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