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"Kitty" sucht nach wie vor nach ihrem Besitzer

Polizei Göttingen "Kitty" sucht nach wie vor nach ihrem Besitzer

Immer noch sucht die Polizei nach dem Besitzer eines Stoffteddys, der vor vier Wochen auf dem Groner Osterfeuerplatz am Langen Rekesweg gefunden wurde. Das von der Polizei auf den Namen Kitty getaufte Stofftier ist in sozialen Netzwerken mittlerweile eine kleine Berühmtheit.

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Kitty sucht immer noch nach ihrem Besitzer.

Quelle: r

Göttingen. Jetzt steht "Kitty" kurz vor dem Umzug. In den kommenden Tagen, teilt Polizeisprecherin Jasmin Kaatz mit, soll der Teddy eine neue Unterkunft in der Wache an der Otto-Hahn-Straße beziehen - Anlass für die Polizei, erneut eine Pressemitteilung zu verfassen, die ebenso wie die beiden vorigen mitteilungen zum Thema ganz aus Kittys Sicht verfasst wurde. Darin sind einige Neuigkeiten in der Fahndungssache Teddybär enthalten - zum Beispiel, dass eine Frau der Polizei mitgeteilt habe, am Tag vor dem Verschwinden des Stofftiers sei Kitty in einem Kinderwagen am Freibad in Rosdorf gesehen worden. "Kitty" vermutet jetzt, " vielleicht wolltest Du mich einfach nur loswerden. Aber warum hast Du mich dann nicht in einen netten Kindergarten gebracht? Dort wäre ich bestimmt willkommen gewesen und nicht so allein, zwischen vielen Kindern und auch bestimmt anderen Teddybären".

Adoptionswünsche aus ganz Deutschland

Außerdem sei ein Redakteur einer großen Frauenzeitschrift aus Hamburg nach Göttingen gekommen und habe die Geschichte von Kitty und ihren Betreuern von der Polizei zu einer Geschichte verarbeitet. Auch ein Radiosender aus Süddeutschland, SWR 1, berichtete.

Nach wie vor ist "Kitty" im Netz ein großer Renner. "Jede Menge netter Leute" hätten einen Adoptionswunsch geäußert: "Aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland trafen wundervolle Worte der Zuneigung und auch Fotos von anderen Bärchen ein."

Doch noch sucht die Polizei nach dem echten Besitzer des Stofftiers. Bis zum Winter soll "Kitty" beider Polizei bleiben. Erst danach werde über ein neues Zuhause nachgedacht.  Das könne sich zum Jahresende ergeben, möglicherweise schon zu Weihnachten. Es hätten sich in den vergangenen Wochen "so viele interessante Möglichkeiten ergeben", heißt es in "Kittys" Pressemitteilung.

Die Mitteilung der Polizei im Wortlaut

Kitty sagt "Danke"

Hallo, hier ist Eure Kitty.

Ihr wart alle so unwahrscheinlich nett zu mir und habt mir so viele tolle Nachrichten geschrieben, dass ich dachte, es wäre an der Zeit, mich endlich mal wieder zu melden. Viele von Euch wollten vor allen Dingen wissen, ob ich denn noch bei der Polizei bin. Ja, das bin ich!

Die Zeit ist so schnell vergangen. Über drei Wochen ist es nun schon her, dass ich von einem netten jungen Mann in Grone gefunden und dann von der Polizei mitgenommen worden bin.

Seitdem wohne ich in der Polizeiwache an der Groner Landstraße.

Ich hatte noch weiter sehnlichst gehofft, dass DU (!) mich abholst. Doch leider ist das nicht passiert. Die Polizei hat mir gesagt, dass man mich vielleicht auch gestohlen hat und Du im Urlaub bist und deshalb auch noch gar nicht gemerkt hast, dass ich verschwunden bin. Das gibt mir natürlich weiter Hoffnung. Ich vermute aber, dass mich meine neuen Freunde nur trösten wollen.

Überhaupt haben sich alle ganz viel Mühe gegeben, um mich abzulenken. Das hat mir sehr geholfen und so hab ich mich irgendwie an die Situation gewöhnt. Trotzdem vermisse ich Dich noch immer.

Ich kann eben einfach nicht verstehen, was passiert ist. Auch die Polizei ist da ratlos. Alle halten weiter Augen und Ohren offen und hoffen, dass sich das Blatt für mich doch noch zum Guten wendet. Doch wann wird das sein? Und passiert es überhaupt?

Neulich habe ich mitbekommen, dass ich einen Tag bevor man mich auf dem Osterfeuerplatz gefunden hat, mit meinem Kinderwagen am Freibad in Rosdorf gesehen worden sein soll. Das hat mich sehr überrascht, denn das ist doch eine ganze Ecke weit weg von Grone.

Eine Frau hat der Polizei dies mitgeteilt. Jetzt denke ich schon, vielleicht wolltest Du mich einfach nur loswerden. Aber warum hast Du mich dann nicht in einen netten Kindergarten gebracht? Dort wäre ich bestimmt willkommen gewesen und nicht so allein, zwischen vielen Kindern und auch bestimmt anderen Teddybären.

Mein verzweifelter "Brief an Dich" hat, ohne dass ich es erwartet habe, eine regelrechte Welle ausgelöst. Dabei wollte ich doch nur, dass Du mich endlich nach Hause holst. Stattdessen bekam ich innerhalb kürzester Zeit wahnsinnig viele tolle Nachrichten und lernte jede Menge netter Leute kennen, die mich alle gern sofort bei sich aufnehmen wollten. Aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland trafen wundervolle Worte der Zuneigung und auch Fotos von anderen Bärchen ein. Das hat mir sehr gut getan und dafür möchte ich ein riesengroßes Dankeschön loswerden. Das lag mir schon die ganze Zeit auf der Seele.

Stellt Euch vor, weil Ihr Euch so sehr für mein Schicksal interessiert habt, ist einige Tage später sogar extra ein Redakteur aus Hamburg zu uns nach Göttingen gekommen und hat meine Geschichte und die von Ramon und Melanie für eine große Frauenzeitschrift aufgeschrieben. Total verrückt! Ich habe Euch mal ein Bildschirmfoto mit angehängt. Hab ich aus Hamburg bekommen. Der Artikel steht in der heutigen Ausgabe.

Von den Mitteilungen auf Facebook und Twitter mal ganz zu schweigen. Auch ein Radiosender aus Süddeutschland, der hieß SWR 1; hat sich bei uns gemeldet und ein kleines Interview aufgenommen.

Jetzt bin ich vielleicht sogar ein wenig "berühmt", glaub ich.

Aber ehrlich gesagt ist mir das nicht wichtig. Mein größtes Glück wäre es gewesen, wenn ich hierdurch endlich wieder zu Dir hätte zurückkehren können. Doch das hat nicht geklappt. Ich muss mich erst noch an den Gedanken gewöhnen, dass ich Dich wahrscheinlich nie wiedersehen werde. Das macht mich natürlich traurig. Meine vielen neuen Freunde werden mir aber ganz bestimmt helfen, damit klar zu kommen und nach vorn zu schauen. Außerdem weiß ich jetzt, dass irgendwo auf der Welt jemand auf mich wartet, der mich lieb haben und sich über mich freuen wird.

Mit meiner Zukunft wollten wir uns lange überhaupt nicht beschäftigen. Deshalb haben wir das unangenehme Thema immer wieder vor uns hergeschoben und auch verdrängt. Doch es wird natürlich Zeit, darüber nachzudenken. Letzte Woche haben wir uns also getroffen und geredet. Muss ja sein.

Fest steht auf jeden Fall, dass ich bis noch zum Winter bei der Polizei bleiben werde, wenn Du mich nicht doch noch abholst (?).

Außerdem ziehe ich in den kommenden Tagen in die Wache in der Otto-Hahn-Straße um. Die ist in Weende, nahe der Universität. Das Gebäude ist etwas kleiner und liegt mitten im Grünen. Es wird mir gut tun, wieder mal was Neues zu sehen und zu erleben.

Zum Jahresende (ich fände ja Weihnachten schön) werden wir dann gemeinsam versuchen, ein neues Zuhause für mich zu finden. Es haben sich in den letzten Wochen so viele interessante Möglichkeiten ergeben. Vielleicht komme ich auf eine davon zurück.

Aber es kann gut sein, dass ich in Göttingen bleibe. Man wird sehen. Ich halte Euch auf dem Laufenden, versprochen!

Eure Kitty

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Teddy Kitty

Die Polizei Göttingen sucht weiterhin nach dem Besitzer von Teddy Kitty. Der ist zwar noch nicht gefunden, die Aktion habe aber "sehr viel positive Resonanz" ausgelöst, sagt Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. Unterdessen wurde Kitty erkennungsdienstlich behandelt.

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