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Deutschlands begabteste Physik-Schüler experimentieren

SchoolLab Deutschlands begabteste Physik-Schüler experimentieren

Konzentriert stehen die fünf Schüler um den Tisch herum, auf dem in Kürze ein modularer Windkanal stehen soll. Das Ziel ist klar: Wind soll ohne Wirbel in eine Richtung wehen; die Umsetzung hingegen noch nicht ganz. Nach einigen Minuten des Überlegens fangen die Schüler an, die ihnen zur Verfügung gestellten Bauelemente zusammenzustellen. Erst langsam, dann immer emsiger und schneller.

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Physik-Talente in einem ehemaligen Windkanal: Patrick Paluch, Vu Phan Thanh, Simeon Völkel (von links) im DLR in Göttingen.

Quelle: Hinzmann

Diese Situation ist Alltag im SchoolLab am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen. Rund 4000 Schüler kommen jährlich in das Forschungsinstitut, um angewandte Physik kennenzulernen. In den vergangenen sieben Tagen experimentierten jedoch nicht irgendwelche Schüler im Labor, sondern Deutschlands beste Physik-Talente. 50 Jugendliche, die sich für die Internationale Physik-Olympiade qualifizieren wollen, traten gegeneinander an. Trotz Wettbewerbs stand aber eine gut funktionierende Gruppenarbeit im Vordergrund.

„Das hat Vorteile. Der eine ist eher Theoretiker, der andere Praktiker. So kann man sein Wissen mit den anderen austauschen und ein gutes Ergebnis erzielen“, erzählt der 18-jährige Ferdinand Döring, der aus dem Eichsfeld kommt. Was ihm auch gefällt: „Man kann hier viel ausprobieren und hat Möglichkeiten, die einem in der Schule nicht geboten werden. Man hat hier was zum Bauen, zum Spielen und zum Experimentieren.“
Ähnlich sieht das Anne Sauermann, eine der drei teilnehmenden Mädchen. In einer kurzen Pause erzählt die 15-Jährige aus Dresden, dass sie es „gut findet, dass man hier Einblicke in den Institutsalltag erhält und viele Möglichkeiten zum Experimentieren bekommt.“ Dann vertieft sie sich wieder in eine Kurve, die als Grafik auf einem Bildschirm erscheint.

Oliver Boguhn, Leiter des SchoolLabs, erklärt, was die Kurve zu bedeuten hat: „In diesem Experiment geht es darum, dass die Schüler herausfinden, wie eigentlich ein Hubschrauber fliegt. Viele denken, dass man einfach nur das Steuer etwas an sich heranziehen muss, damit der Vogel schneller fliegt und in die Luft steigt. Das ist nicht ganz richtig.“ Vielmehr, so erklärt er weiter, sei der Einstellwinkel der Rotatoren dafür verantwortlich, ob ein Hubschrauber in die Höhe steige oder nicht. „Die Schüler sollen unter Anleitung von Studenten herausfinden, dass der Hubschrauber immer weiter in die Höhe steigt, je mehr die Rotatoren geneigt sind.“ Allerdings dürften die Rotatoren auch nicht zu weit geneigt sein, da es sonst keinen Widerstand mehr gebe und der Hubschrauber nicht mehr ansteige. „Das kann man alles an der Kurve ablesen“, so Boguhn.

Der 19-Jährige Simeon Völkel aus dem kleinen Ort Neustadt an der Waldnaab in Bayern fasst die Experimentierphase zusammen: „Ich finde es gut, dass man hier mit relativ wenig Aufwand viel Forschung mitbekommt.“ Und der modulare Windkanal steht dann am Ende – natürlich in Gruppenarbeit entstanden – auch.

Von Constanze Wüstefeld

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