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Die Vinylplatte auf dem Datenstick

Digitale Töne Die Vinylplatte auf dem Datenstick

Die Klangexperten von Friends of Green Sonic haben ein Aufnahmegerät entwickelt, mit dem Tonaufnahmen im 24-Bit PCM-Verfahren im MHz-Bereich möglich werden. „Digitale Musikaufnahmen erhalten damit die Klangqualität analoger Tonaufzeichnungen“, sagt Stephan Schmidt aus Eddigehausen.

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Stephan Schmidt präsentiert sein neuartiges Aufnahmesystem (Mitte). Links eine analoge Bandmaschine aus den 70er Jahren rechts ein 3d-Kopfmikrofon. foto: Hinzmann

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. Wenn man den Worten des Firmengründers und Inhabers von Friends of Green Sonic glauben schenken darf, könnte die digitale Tonaufnahme und Wiedergabe vor einem Umbruch stehen. Denn das digitale Aufnahmeverfahren hat sich seit seiner Erfindung im letzten Jahrtausend kaum weiterentwickelt. „Zwar gab es einige Verbesserungen der Audio CD, doch die eigentliche Technik aus dem Jahr 1981, wurde kaum angetastet“, erklärt Schmidt. Das war auch der Grund, warum er mit seiner Firma bei Musikproduktionen analoge Technik eingesetzt hat. „Mit einer Bandmaschine von Telefunken aus den 70er Jahren wurde bereits die beste Tonqualität erzielt“, erläutert Schmidt. Doch das tonnenschwere Equipment mitzuschleppen war mühsam. Auch die Wartung der analogen Geräte sei zeitaufwändig und damit teuer. „Aus diesen Gründen haben wir nach einem Weg gesucht, mit einem deutlich kleineren Gerät digital aufzunehmen ohne Klangverluste hinnehmen zu müssen“, erzählt Schmidt. Dabei lag der Fokus der Entwickler nicht auf der Erweiterung des Hörfrequenzbereichs, wie oft bei einer Erhöhung der Abtastrate angenommen wird. „Uns ging es bei der Entwicklung des Gerätes zum einen um mehr Abtastwerte pro Sekunde, also um mehr Informationen pro Zeiteinheit“, so Schmidt.

Fündig wurde der Tüftler in der Messtechnik. „In vielen Bereichen von Forschung und Industrie werden bereits Aufnahmegeräte verwendet, die eine so hohe Abtastrate verwenden“, erzählt er. Nur habe man diese Technik nie für Musikaufnahmen verwendet. „Der neue Audiorecorder mit Namen ‚clàr‘ bietet eine noch nie dagewesene warme und angenehme Klangqualität“, sagt Schmidt. Dies stelle eine möglichst originalgetreue Rekonstruktion des Musiksignals bei der Wiedergabe sicher - die Grundlage für einen warmen, analogen Klang. Die Qualität ist laut Schmidt vergleichbar mit einer Vinyl-Plattenaufnahme. „Diese weltweit erstmalig erreichte hohe zeitliche Auflösung des Klanges übertrifft deutlich die Qualität der Super Audio CD und definiert digitales Audio völlig neu“, so Schmidt.

Der Haken dabei: Es entstehen extrem viele Daten. „Auf eine CD passt eine Stunde Tonaufnahme daher nicht drauf“, sagt Schmidt schmunzelnd. Er müsse zunächst rund 99 Prozent der Daten löschen und sogar dann wäre die Qualität laut Schmidt immer noch besser als eine herkömmliche CD. Deshalb will er ein Abspielgerät entwickeln, mit dem die Daten abgespielt werden können. Seine Vision: Bücher mit Informationen zu den Musikern und Stücken und ein beiliegender Datenstick, der Musik in Plattenqualität enthält.

Digitale Tontechnik

Schall erzeugt Schwingungen und das bringt die Luft zum Vibrieren. Im Mikrofon erzeugt diese Vibration eine elektrische Wechselspannung. Mittels Transistoren werden die Signale verstärkt. In der digitalen Audiotechnik wird der Ton in Computersignale gewandelt. Auch hier muss zuerst die Vibration der Luft mittels Mikrofon in eine elektrische Wechselspannung versetzt werden. Es folgt eine einzelne, einfache Transistorschaltung zur Vorverstärkung. Die damit erzeugte Wechselspannung wird danach digitalisiert. Dabei entsteht eine Zahlenreihe. Diese kann mehr oder weniger Information enthalten. Eine CD enthält mehr Daten als eine MP3-Datei, die entsprechend weiniger Speicherplatz benötigt. Je mehr Daten desto mehr Speicher wird gebraucht. bm

Von Bernhard Marcks

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