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Göttinger Schulen wollen nicht warten

Digitalisierter Unterricht Göttinger Schulen wollen nicht warten

Die im Oktober vom Bund versprochenen fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung des Unterrichts sind noch nicht im Bundeshaushalt eingeplant. An der Göttinger IGS und dem Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt lernen Schüler trotzdem bereits mithilfe von vernetzten Whiteboards und Tablets.

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Göttingen. Den guten, alten Röhrenfernseher im fahrbaren Schrank sucht man in der Georg-Lichtenberg-Gesamtschule (IGS Göttingen) vergeblich. Die meisten Klassenzimmer sind mit 65-Zoll-Flachbildschirmen ausgestattet, über die der Unterrichtsstoff präsentiert wird. Sämtliche Räume sind außerdem für die Arbeit mit iPads ausgerüstet. Damit habe die IGS mit Unterstützung der Stadt Göttingen die Ziele des Bildungspaktes bereits erfüllt, sagt Schulleiter Wolfgang Vogelsaenger. Die Digitalisierung scheint also bei einzelnen Schulen auch so zu klappen, ohne Milliardenförderung vom Bund. „Da warten wir doch nicht auf Frau Wanka", betont Vogelsaenger.

Bundesbildungsministerin Wanka (CDU) hatte allein den niedersächsischen Schulen 500 Millionen Euro für WLAN und Laptops in Aussicht gestellt. Nun fehlt dem Land und den Schulen die Planungssicherheit. Unklar ist, ob das Geld noch in dieser Legislaturperiode im Bundeshaushalt beantragt werden soll. „Das ist sehr ärgerlich, denn viele Schulen hatten sich auf die notwendigen Fortschritte in dieser Hinsicht gefreut", erklärte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

„Bring your own device"-Regel schafft Abhilfe

Vogelsaenger erwartet jedoch, dass von den Bundesmitteln ohnehin keine Endgeräte, sondern Infrastruktur wie WLAN finanziert wird. Deshalb setzt die IGS genau wie das Eichsfeld-Gymnasium auf elternfinanzierte Tablets. „Bring your own device" lautet das Motto. Er habe sich jahrelang dafür eingesetzt, dass Sozialhilfeqbezieher hierfür das Geld vom Land bekommen, schildert Vogelsaenger. Aber jüngst sei diese Regelung wieder aufgehoben worden.

Die Tablets werden zum Beispiel zur Recherche eingesetzt. Vernetzt sind sie am Eichsfeld-Gymnasium durch flächendeckendes WLAN. Außerdem ist das Hauptgebäude fast vollständig mit Whiteboards ausgestattet: Gerade erst sind fünf weitere geliefert worden. Dennoch könnte die Schule die Förderung vom Bund gut gebrauchen, findet Steffen Nolte, der IT-Administrator am Eichsfeld-Gymnasium. Dann könnten auch die Naturwissenschaftsräume sowie die Unterstufe mit Whiteboards ausgestattet werden. Außerdem würde die Schule gern Lehrern und Schülern eine Office-Volllizenz zur Verfügung stellen.

Osteroder Schulen haben Aufholbedarf

Auch der Landkreis Göttingen und seineKernstadt planen noch nicht mit Geld vom Bund. Da es noch keine Föderrichtlinien gebe, sei unklar, wie hoch der Zuschuss ausfallen würde. Detlef Johannson, Pressesprecher der Stadt Göttingen, sagt dazu: "Niemand wird aufwendige Planungen beginnen, die vielleicht keine Realisierungschance haben." Die Stadt unterstützt derweil die Digitalisierung, indem sie Landesmittel an die Schulen weiterreicht. Damit habe sie der IGS Göttingen die Infrastruktur für die Ipads gestellt und werde dies auch bei ähnlichen Projekten tun, erklärt Johannson.

Derzeit unterscheidet sich die digitale Ausstattung der Schulen im Landkreis Göttingen noch. Andrea Riedel-Elsner, Sprecherin des Landkreises, schildert, dass die Schulen im Altkreis Göttingen über WLAN, digitale Whiteboards und Computerräume mit Anschlüssen an pädagogische Netzwerke verfügen. Im Altkreis Osterode sei dies hingegen noch nicht überall der Fall. "Derzeit wird daran gearbeitet, alle 23 zu betreuenden Schulen auf einen vergleichbaren Stand zu bekommen", so Riedel-Elsner.

Von Katharina Meyer

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