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Doppelname aus Namen der Eltern nicht erlaubt

Urteil Verwaltungsgericht Göttingen Doppelname aus Namen der Eltern nicht erlaubt

Doppelnamen aus den Geburtsnamen beider Elternteile sind grundsätzlich nicht zulässig. Das hat das Verwaltungsgericht Göttingen entschieden. Das Gericht wies die Klage einer heute 22-jährigen Frau gegen den Landkreis Göttingen ab.

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Quelle: dpa

Landkreis. Die Klägerin, die bei ihrer Geburt den Geburtsnamen ihrer Mutter erhalten hatte, wollte diesen um den Familiennamen ihres Vaters ergänzen und künftig einen Doppelnamen tragen. Der Landkreis lehnte ihren Antrag auf eine Namensänderung allerdings ab. Das Gericht gab der Behörde Recht. Das bürgerliche Namensrecht sehe einen aus den Geburts- und Familiennamen der Eltern zusammengesetzten Namen nicht vor. Die Klägerin habe keinen gewichtigen Grund vorgetragen, der eine Ausnahme von dieser Grundsatzentscheidung des Gesetzgebers rechtfertigen würde (Aktenzeichen 4 A 383/16).

Die Klägerin hatte den Antrag auf Namensänderung unter anderem damit begründet, dass ihr Vater sie gefragt habe, ob sie in sein Geschäft einsteigen wolle. Dieser habe zudem den Wunsch geäußert, dass sie auch seinen Familiennamen annehme. Sie habe auch nach der Trennung ihrer Eltern regelmäßigen Kontakt zu ihrem Vater gehabt. Das Unternehmen sei mit seinem Namen verbunden. Sie habe ein Interesse daran, dass es in ihrer Familie bleibe. Es sei vorteilhaft, wenn ein Namensträger als Inhaber tätig sei beziehungsweise das Unternehmen nach außen repräsentiere. Da die Geschwister ihres Vaters keinen Namensträger in der Familie hätten, wolle sie die Tradition durch die Übernahme und Fortführung des Familiennamens für die nächste Generation sicherstellen. Da sie keinen ihrer beiden Elternteile verletzen wolle, möchte sie den Familiennamen ihrer Mutter beibehalten und den Nachnamen ihres Vaters hinzufügen.

Der Landkreis lehnte den Antrag ab. Die 22-Jährige zog daraufhin vor Gericht. Das Verwaltungsgericht wies die Klage als nicht begründet ab. Der Name könne nur geändert werden, wenn ein wichtiger Grund vorliege und der bisherige Name zu individuellen Unzuträglichkeiten führe. Der Wunsch der Klägerin, aufgrund ihrer Verbundenheit mit beiden Elternteilen in ihrem Familiennamen die Geburtsnamen beider Eltern abzubilden, laufe auf das grundsätzlich unzulässige Ziel hinaus, die in den Namensvorschriften zum Ausdruck kommenden Vorstellungen und Wertungen zu korrigieren oder revidieren. Das Bürgerliche Recht sehe solche Doppelnamen nicht vor, weil man der Entstehung von Namensketten in späteren Generationen und dem damit verbundenen Verlust der identitätsstiftenden Funktion des Namens vorbeugen wolle.

Nach Ansicht des Gerichts besteht kein Anspruch auf eine Namensänderung, wenn Schwierigkeiten oder Belastungen schon voraussehbar waren und bei der familienrechtlichen Namenswahl hätten mitbedacht werden können und müssen.

Der Gesetzgeber mute es Eheleuten und Eltern zulässigerweise zu, sich für einen einheitlichen und eingliedrigen Ehe- und Familiennamen zu entscheiden. Bei ihrer Eheschließung hätten sich die Eltern der Klägerin bewusst dafür entschieden, ihren jeweiligen Geburtsnamen weiterzuführen. Ebenso bewusst hätten sie sich bei der Geburt der Klägerin für den Nachnamen der Mutter und nicht für den Namen des Vaters entschieden. Die Klägerin müsse sich als Kind ihrer Eltern an der getroffenen Namensbestimmung festhalten lassen, urteilte das Gericht. nie

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