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Dransfeld will Windrad-Flächen begrenzen

Hitzige Debatte über Windenergieausbau Dransfeld will Windrad-Flächen begrenzen

Die Stadt Dransfeld drängt darauf, derzeit möglichst wenig zusätzliche Flächen für die Windenergie auszuweisen, um Optionen für die Zukunft offenzuhalten. Für ein geplantes Sondergebiet zwischen Bördel und Jühnde mit rund 40 Hektar und maximal fünf Windrädern gibt es Zustimmung, ebenso für eine kleinere Fläche westlich der Straße zwischen Dransfeld und Imbsen, wo die Solling-Vorland-Gesellschaft ein Bürgerwindrad errichten möchte.

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Quelle: EF

Dransfeld. Auf Ablehnung stößt hingegen eine Erweiterung der dort bereits bestehenden Vorrangfläche mit vier kleinen Windrädern nach Osten.

Außerdem drängt die Stadt darauf, dass sich die Samtgemeinde für städtische Waldflächen als Windradstandort einsetzt.

Diese Punkte beschloss der Verwaltungsausschuss der Stadt am Dienstagabend mehrheitlich als Stellungnahme zum Vorentwurf für einen neuen Flächennutzungsplan (F-Plan) der Samtgemeinde. Damit folgte das nicht öffentlich tagende Gremium den Empfehlungen des Stadtentwicklungsausschusses.

Nach  zeitweise hitziger Debatte mit fast 100 Bürgern in der Stadthalle, hatte sich der Ausschuss ebenfalls am Dienstag teilweise einstimmig, teilweise mit unterschiedlichen Mehrheiten für diese vier Punkte ausgesprochen.

Zuvor hatte Planer Gerd Kruse vom Hamburger Büro Elbberg den Stand des Verfahrens erläutert. Er wehrte sich gegen den Verdacht, Gefälligkeitsgutachten zu liefern. Elbberg ist von der Samtgemeinde beauftragt, die F-Plan-Änderung vorzubereiten.

„Offensichtlich werden wir von Russland noch nicht genügend erpresst“

Die Kosten werden einem sogenannten Vorhabenträger auferlegt, in diesem Fall Lenpower, die Windräder bei Jühnde bauen will. Bei Bauleitplanungen ein übliches Vorgehen, sagte Stadtdirektor und Samtgemeindebürgermeister Thomas Galla (CDU).

Eine Verdoppelung der Fläche bei Jühnde auf 80 Hektar ist laut Kruse vom Tisch. Der Landkreis besteht auf umfangreiche Untersuchungen vorab, bevor im F-Plan Gebiete ausgewiesen werden, die innerhalb des Schutzradius von 1250 Metern um einen Rotmilan-Horst liegen.

Der Varloser Rudi Oppermann forderte von den Politikern, auf ein schlüssiges Energiekonzept zu warten, das eine wirtschaftlich nachhaltige Entwicklung der Region erlaube. Für Bürger gebe es bislang keinen Nutzen, so die Varloserin Anika Ruhe. „Es ist Wahnsinn, was hier passiert.“

Die Grünen lehnten als einzige Fraktion Standorte im Wald ab. Dämme würden brechen, warnte der Ratsherr Günther Schwethelm. „Offensichtlich werden wir von Russland noch nicht genügend erpresst“, mahnte er mit Blick auf die Gasblockade der Ukraine.

Noch mehrere Verfahrensschritte bis zum neuen Flächennutzungsplan

Einen Beschluss über einen neuen Flächennutzungsplan (F-Plan) mit neuen möglichen Windradstandorten wird es in diesem Jahr im Samtgemeinderat nicht mehr geben.

Zu dem umstrittenen Vorentwurf vom Juli gibt es mittlerweile mehr als 300 Hinweise und Einwände. Noch fehlen Stellungnahmen der Mitgliedsgemeinden Niemetal und Jühnde. Die Räte tagen am Montag, 15. September, um 20 Uhr in der Friedrich-Spielmann-Halle in Jühnde und am Mittwoch, 17. September, um 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Varlosen.

Im Anschluss werden alle Stellungnahmen bewertet. Dann wird ein neuer Entwurf erarbeitet, der wird in einer Bürgerversammlung vorgestellt wird. Die Räte beraten darüber und der Entwurf wird erneut öffentlich ausgelegt. Erst danach beschließt der Samtgemeinderat einen neuen F-Plan – vorausgesetzt, es gibt nicht neue Vorgaben aus Hanover oder Berlin.

Fast 100 Bürger aus der Samtgemeinde hatten Ende August vor dem Dransfelder Rathaus gegen die derzeitigen Pläne protestiert sowie einen Appell und fast 600 Unterschriften übergeben.

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Potenzialanalyse

„Das wird richtig unangenehm“, befürchtet der Bürgermeister der Gemeinde Niemetal, Klaus Heinemann (parteilos). Der Flecken Adelebsen will in Güntersen weitere Flächen für Windräder ausweisen. Und die Samtgemeinde Dransfeld plant zusätzliche Flächen zu den bereits bestehenden östlich von Imbsen. Dort sollen drei neue, 200 Meter hohe Anlagen entstehen.

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