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Dransfelder muss wegen Betruges ins Gefängnis

Provision kassiert Dransfelder muss wegen Betruges ins Gefängnis

Weil er mindestens 24 seiner Kunden um jeweils 15 000 Euro betrogen hat, muss ein 56 Jahre alter Dransfelder für zwei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis.

Das Landgericht verurteilte den geständigen Finanzdienstleister gestern zu dieser Strafe, von der allerdings bereits ein Monat Haft als verbüßt gilt. Schließlich sind seit Beginn der Ermittlungen in dem Fall mehr als vier Jahre vergangen.

Die Taten liegen weit zurück. Zwischen Herbst 2003 und April 2004 vermittelte der Angeklagte in Göttingen an Kunden aus der ganzen Republik angebliche Kredite der schweizer Vereinigte Union Holding AG – die freilich in keinem einzigen Fall ausgezahlt wurden. Stattdessen kassierte der Angeklagte als Vermittler vorab Provision von je 15 000 Euro. Von dem Geld lebte er. Er war ohnehin in finanziellen Schwierigkeiten, wie die meisten seiner leichtgläubigen Kunden.

Die Idee kam aus dem Ländle, in dem man alles kann, außer Hochdeutsch. Ein Stuttgarter, der jetzt im Knast sitzt, hatte die „Lizenz zum Gelddrucken“ erfunden – so Staatsanwalt Thomas Heise. Hoch professionell wurde Unternehmern oder Privatpersonen, die sich in Geldschwierigkeiten befanden, ein abenteuerliches Modell vorgerechnet: Vermittelt wird ein Kredit über 2,3 Millionen Euro. Davon kommen nur 1,6 Millionen zur Auszahlung. Damit können die Kreditnehmer arbeiten. Die fehlenden 700 000 Euro werden so gewinnbringend angelegt, dass aus der Rendite sowohl der Zins des Gesamtkredites beglichen, als auch die Tilgung geleistet werden kann.

Das war zu schön, um wahr zu sein. Dennoch glaubten es bundesweit mehr als 140 Interessenten. Sie riskierten die vergleichsweise kleine Summe von 15 000 Euro, die vorab zu zahlen war und als Provision verrechnet werden sollte, sowie die Kreditsumme auf dem Konto ist. Natürlich wurde weder der Kredit je ausgezahlt, noch kam das vorab bezahlte Honorar je zurück. Allein der Stuttgarter richtete bei 115 Kunden Schaden für 1,7 Millionen Euro an. Er wurde inzwischen zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Dransfelder adaptierte die Methode und legte in Göttingen 24 Kunden herein. Kaum einer verlangte später sein Geld zurück; allen hatte das Wasser ohnehin bis zum Hals gestanden, so dass die meisten ohne den erhofften Millionenkredit prompt in die Insolvenz schlitterten.

Das Urteil, in das noch eine von drei Vorstrafen (neun Monate) wegen Betruges einzubeziehen war, ist nach Zusage einer Höchststrafe und dem Geständnis in nur zwei Prozesstagen gesprochen worden, ohne dass das Gericht Zeugen hörte.

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