Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Drei Jahre für versuchte Vergewaltigung

Irak-Flüchtling Drei Jahre für versuchte Vergewaltigung

Wegen versuchter Vergewaltigung und Körperverletzung muss ein 19 Jahre alter Iraker für drei Jahre in den Jugendvollzug. Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass der Kurde jesidischen Glaubens am Pfingstsonntag 2012 nach seinem allerersten Discobesuch versucht hatte, auf dem Wochenmarkt eine Frau, die ihm beim Tanzen aufgefallen war, zu vergewaltigen.

Voriger Artikel
Bargeld statt Gutscheine für Asylbewerber
Nächster Artikel
Trotz Gefahr: Antifaverein bleibt unerreicht
Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Der junge Mann gehörte im Irak einer doppelten Minderheit an, hatte einer Schlepperorganisation 5000 Dollar gezahlt und war zwei Monate vor der Tat illegal nach Deutschland geschleust worden. Im Grenzdurchgangslager Friedland hatte er Asyl beantragt. In der Nacht vor der Tat trank er Alkohol und suchte in Göttingen die Disco auf. Dort war ihm ein Mädchen aufgefallen, das er, so Richter Michael Kalde, „angetanzt“ habe. Später folgte er der Frau auf die Toilette, wo er auf sie lauerte und sie ihn aber brüsk abwies. Das, so die Urteilsbegründung, habe ihn wütend gemacht.

Später lauerte er der Frau auf dem Wochenmarkt auf, zerrte sie in eine dunkle Ecke und versuchte, sie zu vergewaltigen. Nur das Einschreiten eines „sehr aufmerksamen, außerordentlich umsichtigen Tatzeugen“, der die Rufe der Frau durch sein Schlafzimmerfenster gehört und zum Tatort geeilt war, habe die weitere Ausführung verhindert. Der 19-Jährige ließ von seinem Opfer ab, ging auf den Störer zu, stolperte aber, stand auf und flüchtete. Die Polizei nahm ihn nach kurzer Verfolgung fest.

Das Gericht hatte nicht die geringsten Zweifel daran, dass die Angaben des noch immer unter der Tat leidenden Opfers vollständig der Wahrheit entsprachen. Die Behauptungen des Angeklagten hingegen, man habe schon vorher Zärtlichkeiten ausgetauscht und die Frau habe ihn zu Geschlechtsverkehr animiert, seinen eindeutig widerlegt.

Schwer tat sich das Gericht, auf eine Jugendstrafe zu erkennen, weil der Angeklagte sehr erwachsen wirke. Letztlich blieben aber wegen der Sprachbarriere und dem unbekannten kulturellen Hintergrund Zweifel an der Einschätzung. Das Gericht liegt mit drei Jahren Jugendstrafe deutlich über dem, was die Staatsanwaltschaft (zwei Jahre) beantragt hatte. Es müsse eine Strafe sein, die auch verbüßt wird, um überhaupt erzieherischen Eindruck auf den Angeklagten zu machen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeigenspezial
Der Wochenrückblick vom 9. bis 15. Dezember 2017
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt