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Drei Mordfälle gelöst, aber Polizeiarbeit geht weiter

Zwischenbericht Drei Mordfälle gelöst, aber Polizeiarbeit geht weiter

Drei Mordfälle mit vier Todesopfern haben binnen elf Wochen die Region erschüttert: zwei ermordete Kinder in Bodenfelde, ein erschlagener Kleinkrimineller am Leineberg in Göttingen, eine erschossene Ehefrau am Holtenser Berg. In allen drei Fällen sind die mutmaßlichen Mörder gefasst und befinden sich nach wie vor in Untersuchungshaft. Gerade wurde die erste der drei Mordkommissionen (Moko) aufgelöst, die beiden anderen auf je zehn Beamte verkleinert.

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„Warum?“ Schild nahe des Bodenfelder Tatortes, wo zwei Jugendliche ermordet wurden.

Quelle: dpa

Moko Rechen: In Northeim, der zuständigen Inspektion, ist soeben die Moko Rechen, benannt nach dem Rechen eines Wehres, in dem sich Kleidungsstücke der Opfer verfingen, offiziell aufgelöst worden. Am Nachmittag des 21. November waren in einer Fichtenschonung an einem Bachlauf die Leichen der 14-jährigen Nina und des 13-jährigen Tobias gefunden worden. Beide Kinder sollen innerhalb einer Woche dem 26 Jahre alten Jan O. zum Opfer gefallen sein – Nina, weil sie sich seinen Annäherungsversuchen widersetzte, Tobias, weil der Mörder ihn zufällig in der Nähe des Tatortes antraf und fürchtete, dass das Kind ihn verraten könnte.

O. hat ein Geständnis abgelegt. Die Staatsanwaltschaft bereitet eine Abschlussverfügung – Anklage oder Unterbringungsantrag – vor, denn der 26-Jährige wurde inzwischen psychiatrisch begutachtet. Schriftlich, so Oberstaatsanwalt Hans Hugo Heimgärtner, liege dieses aber noch nicht vor. Nicht ausgeschlossen, dass er schuldunfähig, zumindest aber eingeschränkt schuldfähig ist. Medienberichte mit gruseligen Details – etwa, dass O. damit geprotzt habe, ein „Mädchen geschlachtet“ zu haben oder dass er die Leiche des Kindes filmte – hat die Ermittlungsbehörde bisher nicht bestätigen wollen.

Moko Baum: Am Morgen des 26. Januar war auf einem Fußweg hinter einer Garagenanlage am Leineberg die Leiche des 34-jährigen Christian L. am Fuß eines Baumes gefunden worden. Die sofort eingerichtete 30-köpfige Moko Baum hatte nach wenigen Tagen einen 23 und einen 30 Jahre alten Tatverdächtigen gefasst. Beide befinden sich noch immer in Untersuchungshaft; der Tatverdacht gegen sie ist dringend und hat sich weiter erhärtet.

Gerade hat Kripochef Dirk Pejril die Moko auf zehn Mann reduziert. Sie arbeiten weitere Spuren ab, fügen Gutachten des Landeskriminalamtes zu den Spuren in die Beweiskette ein und vernehmen noch immer weitere Zeugen. Die Obduktion hatte massive Gewalt gegen den Oberkörper L.s als Todesursache festgestellt. Pejril hofft, binnen 14 Tagen die Akte schließen und an die Staatsanwaltschaft abgeben zu können.

Moko Berg: Ebenfalls auf zehn Mann reduziert wurde die Mordkommission, die am 9. Februar nach dem Tod einer 46 Jahre alten Frau im siebenten Stock eines Hochhauses am Holtenser Berg gegründet wurde. Hier hatte der durch Schläge verletzte Begleiter des Opfers sofort Hinweise auf den Ehemann des Opfers als Täter sowie auf einen Begleiter geben können. Keine 24 Stunden nach der Tat wurden der 48 Jahre alte Mann, ein Spätaussiedler aus Kasachstan, und ein befreundeter 45-jähriger aus den ehemaligen GUS-Staaten in Grone gefasst.

Auch hier ist die Moko noch mit der Aufarbeitung der Akte beschäftigt. Besonders die wahre Tatbeteiligung des Begleiters, der vom mutmaßlichen Mörder entlastet wurde, gilt es noch zu klären. Auch wurde die Mordwaffe, eine Kleinkaliberpistole, bisher nicht gefunden.

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