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Ein Jahr in einem Kindergarten in Kapstadt

Anbau und Apartheid Ein Jahr in einem Kindergarten in Kapstadt

Unter uns leben viele interessante Menschen. Einer davon ist die Eddigehäuserin Alexandra Militz. Die 19-Jährige hat ein Jahr lang für entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „Weltwärts“ in einem Kindergarten in Südafrika gearbeitet.

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Ehrenamtliche Arbeit in den Townships von Kapstadt: die Eddigehäuserin Alexandra Militz.

Quelle: Heller

Eddigehausen. Ein Jahr in einem Armenviertel von Kapstadt hat Alexandra Militz hinter sich. In dem Kindergarten Ikwezi Lokusa hat sie die Angestellten unterstützt. Mit dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst Weltwärts ist ihre Idee Wirklichkeit geworden.

„Die Idee hatte ich schon lange“, sagt Militz. Direkt nach dem Abitur zu studieren sei für sie keine Option gewesen. Über das Internet sei sie auf Weltwärts gestoßen. Mit zehn Vorbereitungswochenenden wurde aus der Idee Wirklichkeit. Ab August 2012 war die jetzt 19-jährige Eddigehäuserin für ein Jahr in Südafrika, in Kapstadt, in einem der Armenviertel der Stadt.

Rund 100 Kinder bis zum Alter von sechs Jahren wurden in dem Kindergarten von vier Mitarbeitern betreut. Füttern, Wickeln, Zähneputzen, Malen, Spielen, Singen gehörte zu den täglichen Aufgaben von Militz. Doch nicht nur das: Für die Babys gab es nur eine Wellblechhütte.

„Traum von Afrika“

Kalt und schimmelig sei es dort gewesen. Ein Anbau sollte die Hütte ersetzen. Mit einer zweiten Freiwilligen kümmerte sich Militz um den Neubau, um die Planung und um Spenden. Jetzt sei die Bleibe für die Kleinsten fertig, habe sie von den neuen Freiwilligen erfahren.

Verabschieden müsse man sich bei einem solchen Unternehmen von dem „Traum von Afrika“, sagt Militz. Kapstadt sei eine sehr westliche, sehr moderne Großstadt. Nicht ganz einfach sei der Umgang mit den Sprachen - Xhosa, Englisch und Afrikaans -gewesen.

Auch die Kinder im Kindergarten waren in den unterschiedlichen Sprachen zu Hause. Faszinierend war es für Militz, wie sie dennoch einen gemeinsamen Nenner fanden.

„Ein spannendes Jahr“

So unterschiedlich wie die Kinder hat sie auch die deutschen Freiwilligen erlebt. 14 freiwillige Helfer zwischen 18 und 27 Jahren  lebten in einem Haus zusammen. Viel hätten sie gemeinsam unternommen. Mit den Möglichkeiten, die das Internet biete, habe sie den Kontakt nach Deutschland gehalten.

Bis heute denkt Alexandra Militz an eine Begegnung mit einem alten Mann, der eine Obdachlosenzeitung verkaufte. Das gute Gespräch mit ihm habe gezeigt, wie präsent die Apartheid in Afrika noch sei.

Jetzt studiert Militz Kulturwissenschaften und Regionalstudien Asien und Afrika. Dass sie sich auch für Afrika entschieden habe, hänge mit ihrem Auslandsjahr zusammen. Klar ist ihr, dass das Leben dort auch ohne die Freiwilligen funktionieren würde.„Es kommt auf unsere Hilfe nicht an.“

Für Militz war es dennoch „ein spannendes Jahr.“ Gern möchte sie noch einmal nach Südafrika.

Von Ute Lawrenz

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