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24 Jahre alter Feuerwehrmann soll in Northeim acht Brände gelegt haben

Feuerzeug, Verdünnung und Hakenkreuze 24 Jahre alter Feuerwehrmann soll in Northeim acht Brände gelegt haben

Die Brandserie beängstigte: Beim ersten Feuer drohte Millionenschaden, ein Silo der Raiffeisen-Warengenossenschaft Northeim stand in Flammen. Die nächsten Brände betrafen nur Bänke, Bäume und Holzstapel. Dennoch ermittelte die Polizei mit hohem Aufwand.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Northeim/Göttingen. Der, den sie nach dem achten Feuer erwischte, steht seit Freitag in Göttingen vor Gericht: ein 24 Jahre alter ehemaliger Feuerwehrmann.

Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht hat der junge Northeimer, der einst als unauffälliges Mitglied der Jugendfeuerwehr Hardegsen galt, gestanden. Aber nur einmal will er gezündelt haben, konkret am 19. September vergangenen Jahres, als ihn Videoaufzeichnungen einer Polizeikamera dabei zeigten, wie er im Laufschritt und rasch noch an seinem Ärmel schnuppernd vom Tatort wegrennt.

An dem Tag, gesteht er, habe er tatsächlich einen Papiersack mit Getreide im Raiffeisen-Lager anzustecken versucht – aus Frust. Es habe aber nur gekokelt. Dass unmittelbar danach gleich daneben Holzpaletten und Kanthölzer brannten, habe mit seiner Zündelei nichts zu tun.

Keine Brände nach der Festnahme

Die ermittelnden Polizeibeamten aber sind überzeugt, dass er alle acht Brände gelegt hat. Denn nach seiner Festnahme habe es in dem Bereich am Northeimer Bahnhof nie wieder gebrannt. Außerdem war er bei den anderen Feuern immer am Tatort. Dreimal habe er die Brände, die in der Zeit zwischen dem 14. August und dem 19. September gelegt wurden, der Feuerwehr gemeldet. In anderen Fällen schaute er beim Löschen zu.

Deshalb hatte ihn die Feuerwehr früh im Verdacht. Er wohnt direkt neben dem Wäldchen, in dem das Raiffeisen-Lager steht. In dem Wald waren sechs Feuer gelegt worden: Mal wurde eine Parkbank angekokelt, mal brannte Unterholz. Dann wieder wurden Bäume mit einem Brandbeschleuniger, vermutlich Verdünnung aus einer Sprühdose, gezielt entzündet – einmal gar bei Regen.

 Anfangs probierte die Polizei, ob der Brandstifter ihr in die Foto-Falle geht. Sie instalierte zwei Wild-Kameras in dem Wäldchen. Danach wurden Kameras in einer leerstehenden Wohnung montiert. Beim letzten Brand nahm eine davon auch den flüchtigen Brandstifter auf.

Bei einer Hausdurchsuchung wurden eine leere Flasche Verdünnung, Spraydosen, ein ausgepulter Böller und Skizzen für Graffiti-Tags gefunden. Das könnte passen. Denn am ersten Tatort hatte der Brandstifter an die Wand geschmierte Zeichen hinterlassen: falsch herum gemalte Hakenkreuze.

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