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„Eine der scheußlichsten, gruseligsten Taten“

LKH-Freigänger vor Gericht „Eine der scheußlichsten, gruseligsten Taten“

Es sei „eine der scheußlichsten, gruseligsten Taten“ gewesen, die „das Opfer ein Leben lang begleiten wird“. Das sagte der Vorsitzende der großen Strafkammer des Landgerichts Göttingen, August-Wilhelm Marahrens, nachdem er am Dienstag einen 37 Jahre alten Pschiatriepatienten zu acht Jahren Gefängnis und Unterbringung  im Maßregelvollzug verurteilt hatte.

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Schwere Vorwürfe gegen Maßregelvollzugszentrum: Freigänger misshandelt eine Frau.

Quelle: CH

Moringen. Der aus Peine stammende, psychisch kranke Angeklagte hatte am 10. April dieses Jahres während eines Freiganges aus dem Maßregelvollzugszentrum eine 50 Jahre alte Frau im Kindergarten Moringen überfallen, sie zu vergewaltigen versucht und sie „mit unglaublicher Brutalität“ misshandelt. Das Gericht sah besonders schwere sexuelle Nötigung, gefährliche Körperverletzung und versuchten Raub als erwiesen an – auch wegen des Geständnisses des Angeklagten. Staatsanwältin Alida Kutzner hatte noch auf vollendete Vergewaltigung plädiert, weil der Angeklagte die Frau „zum Opfer sexueller Willkür herabgewürdigt und dabei schwer misshandelt“ habe und dies aus ihrer Sicht dem Straftatbestand der Vergewaltigung gleich komme. Das Gericht sah das anders, verhängte aber die von ihr beantragten acht Jahre.

Der 37 Jahre alte Mann ist einschlägig vorbestraft. 19 Verurteilungen stehen in seinem Zentralregisterauszug. Allerdings ist inzwischen klar, dass er fast alle diese Taten wohl im Zustand verminderter Schuldfähigkeit begangen hat. Das psychiatrische Gutachten weist eine kombinierte Persönlichkeitsstörung und seelische Abartigkeit bei dem Mann aus.

Tochter einen Schlag ins Gesicht versetzt

So hatte ihn das Amtsgericht Peine 1997 schon einmal verurteilt, als er seiner gerade fünf Wochen alten Tochter einen Schlag ins Gesicht versetzt hatte. Seine damalige Ehefrau ohrfeigte er gar auf dem Gerichtsflur. Damals lautete das Urteil auf eineinhalb Jahre Haft.
Als Freigänger der Justizvollzugsanstalt Vechta hatte er im Juni 2003 dann während eines Hafturlaubs erst in einem Parkhaus in Vechta versucht, eine Frau zu vergewaltigen, dann überfiel er in einem weiteren Parkhaus in seiner Heimatstadt Peine eine 26-Jährige und nötigte sie ebenfalls sexuell. Das Landgericht Hildesheim hatte ihn daraufhin zu sieben Jahren verurteilt und ihn in der Psychiatrie untergebracht.

Dort hatte er im Laufe dieses Jahres als Mitarbeiter einer Malergruppe diverse Vollzugslockerungen. Unter anderem wurde ihm gewährt, den Führerschein zu machen. Er ging jedoch nicht zum Fahrschulunterricht, sondern bewaffnet sich mit Cuttermesser, Wollmütze, einer Spritze voller Universalverdünner und Kabelbinder, um die Frau zu überfallen. Er wand dem Opfer den Kabelbinder um den Hals, injizierte an drei Stellen das Lösungsmittel und verletzte die Frau mit dem Messer am Hals, als er den Kabelbinder aufschnitt. Die geplante Vergewaltigung scheiterte aber. Weil der Verurteilte wegen seiner Störung eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt, wird er weiterhin im Maßregelvollzug verwahrt.

 
Massive Kritik am Maßregelvollzug
Massive Kritik hat der Nebenklagevertreter, Anwalt Uwe Hoffmann, am niedersächsischen Maßregelvollzugszentrum, dem Landeskrankenhaus Moringen, geübt. Bei der Vorgeschichte des Angeklagten und einem erst 2009 erstellten Gutachten, das weiterhin seine Gefährlichkeit belege, sei es „unverständlich“, ihm in Kenntnis der Gefahr Freigang zu gewähren. Auch sei es eine „Nachlässigkeit“, dass der Patient an Cuttermesser, eine Spritze, Lösungsmittel, Kabelbinder und eine Maske komme. Eine Therapie, so der Vorwurf, habe nicht stattgefunden, die Medikamenteneinnahme sei nicht kontrolliert worden. Hoffmann: „Die nächste Frau überlebt möglicherweise nicht.“ Das Landgericht machte in der Urteilsbegründung klar, dass es die Tat, nicht die Umstände der Vollzugslockerung im LKH aufzuklären hatte.
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Überfälle im Parkhaus

Nach dem Geständnis des 37 Jahre alten Psychiatriepatienten, der am 10. April während eines Freigangs aus dem Landeskrankenhaus eine 50 Jahre alte Putzfrau im Kindergarten überfallen und zu vergewaltigen versucht hat, beschäftigt sich das Landgericht jetzt mit dem Vorleben des Mannes. Er sitzt seit 2004 im Maßregelvollzug, weil er an einer Schizophrenie leidet und schon mehrfach versuchte, Frauen aufzulauern und sie zu vergewaltigen.

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