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Einfädeln für Gleisumbau im Fließbandverfahren

Bauarbeiten Einfädeln für Gleisumbau im Fließbandverfahren

Innerhalb von sechs Wochen erneuert die Deutsche Bahn in vier Bauabschnitten die Strecke zwischen Northeim und Uslar. Dieser Tage war Halbzeit.

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Präzisionsarbeit: Beim Schienenwechsel gilt es, die Maschinen millimetergenau zu steuern.

Quelle: Mischke

Wie eine Raupe liegt der gelbe Zug auf der Brücke. Von weitem kaum sichtbar kriecht die Raupe vorwärts. Je näher man kommt, desto lauter hört man die Kraft, die für jeden Meter aufgebracht wird. Mächtige Zangen ziehen die alten Schwellen hoch. Die Schrabberkette unter dem Bauch der gelben Raupe nimmt auf, was an Schotter zu viel ist, der Planierpflug ebnet den Untergrund für die neuen Schwellen ein. Wie flinke Würmer auf der trägen Raupe fahren zwei Portalkräne vor und zurück, transportieren die alten Schwellen ab und bringen die neuen für die Strecke herbei.

Alle paar Meter steht ein Mann in orangefarbener Warnkleidung neben dem Zug. Mit Kopfhörer und Mikrofon helfen ein paar von ihnen, den Zug zu lenken, andere übernehmen wie Frank Schlemmer die Handarbeiten. Seit 32 Jahren ist der Mann aus Guben auf der Strecke. Hier begleitet er den Gleisumbauzug, um verbliebene Klemmeisen zu lösen. Etwa jedes zehnte bleibe stehen. Schlemmer schraubt es von Hand los. Es sei wie bei einem Seemann, sagt er. Ohne die Arbeit, jeden Tag bei jedem Wetter draußen, könne er sich sein Leben nicht vorstellen.

„Bauchladen“

Der Zug steht, die Männer stellen sich zusammen, manche rauchen, sie unterhalten sich. Der Gleisumbauzug hat die Brücke erreicht und muss sorgfältig eingefädelt werden. Mit seinem „Bauchladen“ steht einer der Männer in Orange an der Seite und lenkt die Hilfsachsen präzise auf die Schienen auf der Brücke. 100 Tonnen Gewicht liegen jetzt allein auf dem Raupenfahrwerk, erklärt Leo Leclair, Bauleiter der Firma Wiebe Gleisbaumaschienen. Mit 22 Mann ist er unterwegs. „Das ist Gleisumbau im Fließbandverfahren“, sagt er. Bei einer Tagesleistung von 2000 Metern hat seine Truppe nur noch 1500 Meter vor sich. Doch aufgrund von Verzögerungen wegen überlanger Holzschwellen am Freitag und der langwierigen Ein- und Ausfädelarbeit an der Brücke muss die Mannschaft am Sonnabend noch einmal anrücken. Zwölf Stunden dauert eine Schicht des Bautrupps. Die nächtlichen zwölf Stunden nutzt der Wartungstrupp, um den Arbeitszug wieder aufzurüsten.

Solche umfassenden Arbeiten an einer Strecke würden alle 30 bis 40 Jahre vorgenommen, erklärt der Leiter des Regionalnetzes Harz-Weser, Udo Diedrich. Die Gleise, die jetzt ausgetauscht werden, seien bis zu 60 Jahre alt. So wie man Straßen irgendwann einmal erneuern müsse, so sei das mit einer Bahnstrecke auch. Die Absprachen für eine solche Baumaßnahme würden laut Diedrich etwa ein Jahr im Voraus getroffen.

Die Arbeiten an der Bahnstrecke zwischen Northeim und Uslar – insgesamt 22 Kilometer – dauern noch bis Freitag, 18. Dezember, 5.20 Uhr.

Aufgrund der Bauarbeiten ist die Bahnstrecke zwischen Northeim und Bodenfelde zurzeit voll gesperrt. Für die ausfallenden Züge hat die Bahn bis Donnerstag, 17. Dezember, einen Ersatzverkehr eingerichtet. Informationen zu den Reisezeiten erhalten Fahrgäste im Internet unter www.deutschebahn.com/bauarbeiten.

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