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Einweisung in Psychiatrie angeordnet

Angriff auf Campingplatz Einweisung in Psychiatrie angeordnet

Im Prozess gegen den 36 Jahre alten Reiffenhäuser, der wegen eines Angriffs auf einen Camper vor Gericht steht, hat die sechste große Strafkammer gestern ihr Urteil gefällt. Das Gericht sprach den Mann vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung und des versuchten Mordes wegen Schuldunfähigkeit frei.

Es ordnete die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an, weil der Angeklagte immer noch eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle, so der vorsitzende Richter Ralf Günther. Der Verurteilte leidet an einer schizophrenen Psychose.

Günther betonte in der Urteilsbegründung, die Kammer sei zu der Überzeugung gelangt, dass der arbeitslose Mann im Mai des vergangenen Jahres einen Professor in der Uni-Klinik angegriffen hat und schwer verletzte (Tageblatt berichtete). Auch daran, dass der 36-Jährige im Juli nach einem Streit auf dem Campingplatz in Reiffenhausen einen Rentner mit einem Stich in den Hals lebensgefährlich verletzt hat, hege die Kammer „keinen vernünftigen Zweifel“.

Der Dingelstädter Verteidiger, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, hatte zuvor Zweifel an der Täterschaft seines Mandanten angemeldet. Die Ermittler hätten sich auf den Verurteilten zu „früh festgelegt“. Außerdem sei es zum Tatzeitpunkt „stockfinstere Nacht“ gewesen. Zum Vorwurf des versuchten Mordes stellt der Jurist fest: „Es fehlt an allem.“ Sollte sein Mandant doch der Täter sein, könne man ihm gerade fahrlässige Körperverletzung vorwerfen, wovon er aufgrund seiner Krankheit freizusprechen sei. Den Schlag, der dem HNO-Arzt den Kiefer brach, bezeichnete der Rechtsanwalt als Notwehr, weil der Mediziner seinen Mandanten zuvor beleidigt haben soll.

Günther bemerkte abschließend, dass das Urteil im Ergebnis zwar Einigkeit ausdrücke (auch die Staatsanwaltschaft beantragte Freispruch und die Unterbringung des Angeklagten), die zugrunde liegenden Überlegungen jedoch unterschiedlich seien. Die Argumentation des Verteidigers bezeichnete Günther in Teilen als „geradezu schizophren“.

Von Lukas Breitenbach

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