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Elf Händler in der Innenstadt öffnen auch

Verkaufsoffener Sonntag am 29. Oktober Elf Händler in der Innenstadt öffnen auch

Was die Geschäfte am Weender Lutteranger können, können Innenstadthändler auch: Am Sonntag öffnen. Zum verkaufsoffenen Sonntag am 29. Oktober am Lutteranger wollen elf Geschäfte in der Göttinger City ebenfalls öffnen. Rechtlich möglich ist das.

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Verkaufsoffener Sonntag: Elf Innenstadthändler öffnen auch.

Quelle: dpa

Göttingen. „Wir wollen in Zeiten eines harten Wettbewerbs unseren Kunden etwas Besonderes bieten“, sagte Woggon-Geschäftsführer Reinhold Brink. Unter dem Titel „Gemeinsam anders“ wollen er und zehn weitere inhabergeführte Geschäfte in der östlichen und südlichen Innenstadt am Sonnabend und Sonntag, 28. und 29. Oktober, zum normalen Angebot eine Weinprobe in den ihren Läden anbieten – und auch am Sonntag von 13 bis 18 Uhr öffnen.

Dass die Innenstadthändler überhaupt öffnen dürfen, liegt an der Genehmigung eines verkaufsoffenen Sonntags am Weender Lutteranger am kommenden Sonntag. Denn die von der Stadtverwaltung für verkaufsoffene Sonntage erteilten Genehmigungen ist nicht auf ein einzelnes Verkaufsgebiet – Lutteranger, Kauf Park oder Innenstadt – beschränkt. Sie gelten für das gesamte Stadtgebiet, wie Verwaltungssprecher Detlef Johannson bestätigte.

„In keinster Weise gegen Pro City“ gerichtet

„Das war uns vorher gar nicht so klar, dass der verkaufsoffene Sonntag dann für das gesamte Stadtgebiet gilt“, sagte Brink. Er und seine Mitstreiter hielten es für „sehr sinnvoll“ an mehr Sonntagen zu öffnen. „Wir müssen für den Kunden präsent und aktiv sein“, sagte Brink. „Wir wollen das intensivieren.“ Gerade im Internetzeitalter seien solche Kooperationen und Aktionen, „in denen positive Gefühle vermittelt werden, die das Internet nicht bieten kann“, enorm wichtig. „Diese Aktion richtet sich in keinster Weise gegen Pro City oder die Seitenstraßen und ist einzig aus der Motivation entstanden, unseren Kunden etwas Besonderes zu bieten“, betonte Brink.

Auch City-Managerin und Pro-City-Geschäftsführerin Friederieke Breyer machte deutlich, dass es sich bei dem verkaufsoffenen Sonntag der elf Händler um eine „Einzelinitiative“ handele und keineswegs eine Pro-City-Aktion sei. Ihre Einschätzung: „Von unseren Mitgliedern ist die Mehrheit gegen einen weiteren verkaufsoffenen Sonntag. Einen dritten würden sie nicht mitmachen wollen.“

Verwaltungsgericht Hannover kritisiert Ladenschlussgesetz

Das derzeitige niedersächsische Ladenschlussgesetz erlaubt für Göttingen vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr. Abgesprochen sei, so Breyer, dass es je einen am Lutteranger, am Kauf Park und in der Innenstadt gebe. An dem vierten beteiligten sich alle drei Verkaufsgebiete.

Woggon-Geschäftsführer Reinhold Brink

Woggon-Geschäftsführer Reinhold Brink: „Wir müssen für den Kunden präsent und aktiv sein“.

Quelle: dpa

Bereits im Oktober 2015 hatte das Verwaltungsgericht Hannover kritisiert, dass diese landesweite Regelung nicht präzise genug formuliert sei und neu gefasst werden müsse. Die Gewerkschaft Verdi hatte gegen zwei Shopping-Sonntage geklagt und Recht bekommen. Seitdem gilt die Regel: Es gibt vier Termine pro Gemeinde und die sollen „anlassbezogen“ sein – Geschäfte dürfen nur öffnen, wenn eine andere Veranstaltung mehr Besucher anlockt als die Ladenöffnung selbst. Zuvor gab es in Göttingen die Möglichkeit, vier verkaufsoffene Sonntage pro Verkaufsgebiet anzubieten.

Breyer: „Es soll etwas Besonderes bleiben.“

Breyer plädierte bereits im Frühjahr dafür, die alte Regelung beizubehalten, als es je zwei verkaufsoffene Sonntage in der City, am Lutteranger und am Kauf Park gab – und das obwohl je vier erlaubt waren. Sie trat für mehr Handlungsspielraum ein. Ein Gesetzentwurf der rot-grünen Landesregierung lasse es nicht zu, „dass wir auf außergewöhnliche Ereignisse reagieren und beispielsweise einen verkaufsoffenen Sonntag zum Landesturnfest anbieten können“, sagte sie. An Sonntagen würden die meisten Online-Einkäufe verzeichnet, man solle den Kunden auch die Chance geben, auch mal vor Ort einzukaufen oder sich zu informieren, um später im Laden zu kaufen. Breyer sprach sich dafür aus, wieder pro „Verkaufsgebiet“ bis zu vier Sonntage zu genehmigen. Die „Anlassbezogenheit“ im Gesetzentwurf müsse aber klar definiert werden. Eine großzügige Ausweitung der Öffnungstage lehnt sie ab. Breyer: „Es soll etwas Besonderes bleiben.“

Seit dem Frühjahr liegt der Gesetzentwurf vor, den der Landtag im Herbst beschließen sollte. Die vorgezogenen Neuwahlen verhinderten das. Der Entwurf sieht vier Termine pro Gemeinde vor. Ausnahmen sind Hannover und Braunschweig, dort kann pro „Stadtbezirk“ zusätzlich ein fünfter Termin organisiert werden. Für anerkannte Ausflugsorte gilt, dass jährlich acht verkaufsoffene Sonntage gestattet sind.

Diese Innenstadtgeschäfte haben geöffnet

„Da wir mittlerweile mit einigen ähnlich denkenden Einzelhändlern in Göttingen gut und intensiv zusammen arbeiten, haben wir gemeinsam die Idee entwickelt, an Samstag und am Sonntag in allen beteiligten Läden eine Weinprobe zu veranstalten“, beschreiben Reinhold Brink und Kai Woggon ihre Idee. Als Erkennungszeichen stehen Tische, Stühle und Strohballen. In allen Läden werde es Weinkarten. Die ausgeschenkten Weine kommen von Göttinger Händlern – etwa Bremer oder Cichon.

Folgende Läden beteiligen sich:

Woggon, Barfüßerstraße 1

Die Mode am Wilhelmsplatz, Friedrichstraße 5

Friederieke Lohrengel, Burgstraße 22/23 und Kurze-Geismar-Straße 37

Pieper’s, Theaterstraße 8

Jack Wolfskin, Lange-Geismar-Straße 41

Dr. Gruber, Barfüßerstraße 16

In Store Fashion, Kurze-Geismar-Straße 40/45

Big Lebowski, Düstere Straße 15

Sperling, Rote Straße 30

Am Yachthafen, Burgstraße 49

Frohnatur, Rote Straße 31

Von Michael Brakemeier

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