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Eltern in Südniedersachsen kämpfen weiter für Abi nach 13 Jahren

Unterschriftenaktion gegen „zögerliche Unentschlossenheit“ Eltern in Südniedersachsen kämpfen weiter für Abi nach 13 Jahren

Die Elternvertreter fast aller Gymnasien in Südniedersachsen setzen sich weiter gemeinsam für eine Rückkehr zum Abitur nach 13 Schuljahren ein und haben dazu eine Unterschriftenkampagne gestartet. Darin fordern sie eine „Umstellung auf G 9 an Gymnasien“ zum nächsten Schuljahr ab 1. August 2014, spätestens aber ab Sommer 2015.“

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Demo: Göttinger protestieren schon 2009 gegen das Turbo-Abi.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Das Land Niedersachsen hatte noch unter CDU/FDP-Regie die Schulzeit bis zum Abi an Gymnasien von 13 auf zwölf Jahre verkürzt. Nach langer Prüfung durch die neue rot-grüne Landesregierung zeichnet sich jetzt ab, dass das G 8 (mit acht Gymnasialjahren) wieder zu einem
G 9 zurückgeführt wird.

Dafür sprechen sich inzwischen neben vielen Eltern auch Pädagogenverbände und die Wirtschaft aus. Zugleich kritisieren sie die lange Entscheidungsphase unter Regie von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD). Die Ministerin hat zu Wochenbeginn zwar eine Reform der Reform angekündigt. Wie sie genau aussehen wird, ist allerdings offen. Unterdessen ist das G 9 an integrierten Gesamtschulen wieder abgesichert.

Auch mit Blick darauf fordern die südniedersächsischen Elternvertreter „keine Benachteiligung der Schulform Gymnasium“. Und sie drängen auf „Entlastung für unsere Kinder und mehr Möglichkeiten zur Entfaltung“. Kinder  bräuchten Zeit, um Gelerntes zu üben und zu vertiefen. Zugleich solle schnellen Schülern die Möglichkeit gegeben werden, ein Turbo-Abi abzuschließen.

Weiter Druck machen

Die Elternräte an 14 Gymnasien in Südniedersachsen inklusive Harz haben sich zusammengeschlossen, „um eine weitere drohende Verschlechterung der gymnasialen Bildung aufzuhalten“. Unterschriftenlisten gibt es in den Schulen über die Elterngremien. Sie müssen bis 6. März zurückgesandt werden.

„Wir machen mit Elan weiter“, sagte die Sprecherin der Initiative und Vorsitzende des Schulelternrates am Felix-Klein-Gymnasium,  Ines Kettler. Die Tür zum G 9 stehe jetzt zwar offen, „aber wer wann durchgehen darf, ist noch überhaupt nicht klar“. Um weiter Druck zu machen, würden weiter Unterstützer gesucht – 750 Unterschriften gebe es bereits.

I. Kettler

I. Kettler

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Ähnlich wertet der Landesverband der gymnasialen Elternräte in Niedersachsen die jüngste Entwicklung: Er begrüßt die Ansage der Ministerin, sie enthalte aber noch keine konkreten Ausgestaltungshinweise. Dass sie aber trotz vorliegender Modelle weiter prüfen wolle, zeuge von einer „zögerlichen Unentschlossenheit“.

„Nachhaltiges Lernen braucht ausreichend Zeit"

Unterdessen lobt auch die  Göttinger Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta (SPD) die Ankündigung von Heiligenstadt, zum Abitur nach 13 Jahren zurückkehren zu wollen. Dafür hatte sich Andretta gemeinsam mit dem Mündener Abgeordneten Ronald Schminke (SPD) wiederholt eingesetzt.

„Nachhaltiges Lernen braucht ausreichend Zeit, die Persönlichkeitsentwicklung von jungen Menschen ebenfalls“, fügte sie an. Alle damaligen Befürworter wüssten heute, dass die überhastete Einführung von G 8 durch die CDU-geführte Landesregierung ein Fehler gewesen sei. Nun gehe es darum, die Wiedereinführung von G 9 konkret auszugestalten.

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Ende des Turbo-Abiturs

Konkret beschlossen ist noch nichts, doch fest steht bereits: Das Turbo-Abi in seiner bisherigen Form wird in Niedersachsen zum Auslaufmodell. Der Vorstoß der Landesregierung erhält Beifall, den Gymnasiallehrern kann es jedoch offenbar nicht schnell genug gehen.

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