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Eltern klagen über hohe Kita-Gebühren

1000 Euro mehr im Jahr Eltern klagen über hohe Kita-Gebühren

Jürgen Stegmüller ist, gelinde gesagt, verwundert. Er hat kürzlich Post von der Stadt Göttingen bekommen, mit dem Hinweis auf die neuen Kita-Gebühren, die ab dem 1. August gelten. Stegmüller rechnete sich anhand seines und des Einkommens seiner Frau den Beitrag aus, den sie künftig für ihr Kind im Kindergarten bezahlen müssen.

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Neue Staffelung der Kita-Beiträge: Ab August müssen viele Göttinger Eltern mehr bezahlen.

Quelle: dpa

Göttingen. Das Ergebnis: „Wir müssen 1116 Euro pro Jahr mehr zahlen“, sagt der Göttinger. „Das ist schon sehr happig.“

So wie Stegmüllers geht es derzeit vielen Eltern in Göttingen. Wegen der im vergangenen Jahr beschlossenen neuen Staffelung der Elternbeiträge für Kindertagesstätten müssen die meisten von ihnen künftig tiefer in die Tasche greifen. Das habe zu einigem Unmut geführt, sagt Christa F. (Name geändert).

Beim jüngsten Elternabend habe sich jedenfalls alles nur um dieses Thema gedreht. Für sie und ihren Mann bedeute die neue Staffelung Mehrkosten von 1000 Euro im Jahr, sagt F., deren Sohn die Krippe besucht.

Mit der neuen Entgeltordnung wurden die bisher drei Beitragsstufen auf sechs erweitert. Ab August sind demnach monatliche Kita-Beiträge von 67 bis 370 Euro fällig – je nachdem, wie viel die Eltern verdienen, wie viele Kinder sie haben und wie lange sie ihr Kind betreuen lassen. Für Dreiviertel- und Ganztagsplätze wird  eine Verpflegungspauschale von 53,50 Euro berechnet.

Besserverdienende werden zur Kasse gebeten

Hinzu kommen bis zu 23 Euro je angefangene zusätzliche halbe Betreuungsstunde. Mit der neuen Staffelung sollten vor allem Eltern mit hohem Einkommen stärker zur Kasse gebeten werden.

So wie Stegmüller . Das sei auch grundsätzlich in Ordnung. Schließlich sei er mit dem Kindergarten seines Kindes sehr zufrieden, sagt er. Allerdings sei ein Bruttogehalt von knapp 70 000 Euro im Jahr, was bereits zur Einordnung in die höchste Staffelstufe sechs führt, schnell erreicht, wenn wie in seinem Fall beide Elternteile arbeiten.

Das sagt auch Christa F.: „Das sind doch nicht die Großverdiener. Es könnte noch höhere Staffeln geben.“ Außerdem sei man viel zu spät informiert worden, in ihrem Fall erst Ende Februar.

Die Stadt Göttingen kann die Aufregung nur teilweise verstehen. „Ja, natürlich gibt es vereinzelt Beschwerden. Das ist doch nichts Besonderes. Jede Preiserhöhung stößt auf Unmut“, sagt Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Die neue Staffel weise jedoch Beträge aus, die nicht höher seien als die der teuersten Anbieter in Göttingen. „Wir orientieren uns zweitens an den Beitragsstaffeln der umliegenden Gemeinden.“ So muss mancherorts im Landkreis für Kinderbetreuung durchaus noch mehr bezahlt werden.

Nach Einkommen

Außerdem, so Johannson, sei die neue Staffel gerechter. „Jetzt wird nach Einkommen unterschieden. Diese Differenzierung gab es bei der alten Staffel nicht. Dort zahlten alle Erziehungsberechtigten, die nicht Empfänger von (ergänzenden) Transferleistungen waren, unabhängig von der Höhe ihres Einkommens den gleichen Betrag.“ Das habe dazu geführt, dass Göttingen nach einem bundesweiten Vergleich zur Kommune mit der  sozial ungerechtesten Staffelung erklärt worden sei. Johannson: „Das ist nun wahrlich kein Wunschtitel.“

Alle Eltern seien von ihrer Kita über die Änderungen informiert worden. Nie zuvor hätten zudem Information und Diskussion über eine neue Beitragsstaffel so früh begonnen, nämlich vor einem Jahr im Rahmen des Bürgerdialogs zum Entschuldungshilfeprogramm (EHP), so Johannson. Im EHP hat die neue Staffel übrigens folgende Auswirkung:

Minderausgaben und Mehreinnahmen von 300 000 Euro pro Jahr im Kita-Sektor.

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