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Elternärger: Schulflucht, Lerndruck und volle Busse

Vertreter machen mobil Elternärger: Schulflucht, Lerndruck und volle Busse

Überfüllte Busse, zu viel Leistungsdruck an Gymnasien, zu wenig Plätze für Behinderte an Regelschulen – das sind nur einige Themen, die viele Eltern schulpflichtiger Kinder in Stadt und Landkreis Göttingen bewegen.

Bisher haben viele von ihnen nur an der Schule und in ihrer Gemeinde in kleinen Einheiten protestiert und für ihre Sache gekämpft. Jetzt wollen sie an einem Strang ziehen und machen vereint mobil: Etwa 100 Elternvertreter und Eltern ohne Mandat haben auf dem ersten großen gemeinsamen Elternabend für Stadt und Landgemeinden ihre Sorgen zusammengetragen.
Mit so viel Interesse habe er kaum gerechnet, sagte der Vorsitzende des Stadtelternrates Göttingen, Claus-Peter Siebert. „Wir nehmen alle Sorgen und Anregungen auf und werden sie weiter bearbeiten – am besten mit ihnen zusammen“, ergänzte sein Pendant an der Spitze des Kreiselternrates, Michael Schneider. Gemeinsam hatten beide Gremien den ersten großen offenen Elternabend in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule initiiert.

Die wichtigsten Brennpunkt-Themen aus der Runde:

  • G8 mit verkürzter Schulzeit bis zum Abitur nach 12 statt 13 Jahren: Viele Eltern beobachten in den Schulen und bei ihren Kindern einen enormen Leistungs- und Lerndruck, seit der Stoff in kürzerer Zeit gepaukt werden muss. Die Kinder hätten kaum noch Raum für private Aktivitäten, immer mehr scheiterten in ihrer Schule. Eine Elternfraktion setzt sich für eine (weiterhin) 13-jährige Schulzeit bis zum Abi ein. Eine zweite fordert die zuständigen Landesbehörden und Lehrer-Fachgremien auf, den Lernstoff für die gymnasiale G8-Phase spürbar zu entrümpeln und zu reduzieren.
  • Schulbusse: Nach zwei ruhigeren Jahren gibt es offenbar wieder mehr Probleme in der Schülerbeförderung. Auf der Linie 172 im Eichsfeld seien die Wagen überfüllt, Kinder bekämen Panik und würden oft an der Haltestelle stehen gelassen. „Unzumutbar“ seien die Umstände auch in Richtung Rosdorf. Und in Bovenden spitze sich die Lage seit einer Fahrplanänderung extrem zu. „Rufen sie die Polizei, wenn ein Bus überfüllt ist“, riet ein Vater, „nur dann bewegt sich was“. Die großen Elternräte haben sich bereits bewegt und wollen kommende Woche einen Fragebogen zu Problembereichen im Schulbusverkehr auf ihre Internetseiten stellen.
  • Inklusion: Deutlich größere Probleme als bisher zeichnen sich bei der Integration von Kindern mit besonderem Förderbedarf an weiterführenden Regelschulen ab. Voraussichtlich wird es im Sommer doppelt so viele Anfragen geben wie bisher, nach wie vor aber viel zu wenig Plätze. Viel Hoffnung setzen Eltern in einen Runden Tisch der Stadt Göttingen zur Inklusion. Sie fordern den eigentlich per Gesetz schon vorgeschriebenen gemeinsamen Unterricht aller Kinder ohne separate Förderschulen ein.
  • Übergang: Kritik gibt es auch zum Übergang von Viertklässlern an eine weiterführende Schule. Häufig seien Wissen und Anspruch am Ende der Grundschule nicht mit den Anforderungen in der fünften Klasse abgestimmt. Das liege auch an unterschiedlichen Vorgaben des Landes, konterte eine Lehrerin.
  • Schulbezirke: Lokale sorgen haben Eltern aus dem Westen: Dransfelder Eltern wollen ihre Kinder auch an Göttinger Schulen schicken, müssen aber Münden anwählen. Mündener sorgen sich, weil immer mehr Kinder in nahe hessische Schulen „flüchten“ und dem Grotefend-Gymnasium schaden.

Die Elternräte sind im Internet erreichbar: www.kreiselternrat-goettingen.de und stadtelternrat-goettingen.de.

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