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Abitur und Gymnasium im Kreis Göttingen besonders hoch im Kurs

Ergebnisse einer Elternbefragung Abitur und Gymnasium im Kreis Göttingen besonders hoch im Kurs

Offenbar sind die meisten Eltern mit dem bestehenden Schulangebot im Landkreis Göttingen zufrieden. Diese Einschätzung erlaubt ein erster Blick in die Ergebnisse einer umfangreichen Befragung an allen Grundschulen im Kreis einschließlich Osterode. Überraschungen gibt es aber im Detail.

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Die St.-Ursula-Schule in Duderstadt ist zwar keine Schule des Landkreises Göttingen, trotzdem spielt sie bei der künftigen Schulentwicklung im Kreis eine Rolle.

Quelle: Arne Baensch

Göttingen. Zum ersten Mal hat der Landkreis die Eltern aller etwa 6000 Kinder an den Grundschulen im Kreisgebiet (ohne Kernstadt) angeschrieben und zu ihren Wünschen für die Schullaufbahn ihrer Kinder befragt. Die aufbereiteten Antworten sollen in ein umfangreiches Konzept für die Entwicklung des künftigen Schulangebotes nach Klasse Vier einfließen. Unter anderem wurden die Eltern nach dem gewünschten Schulabschluss für ihr Kind gefragt, nach der gewünschten Schulform und nach den wichtigsten Faktoren, die ihre Schulwahl beeinflussen.

Eine erste Analyse ist am Mittwoch im Schulausschuss des Kreistages vorgestellt worden - die wichtigsten Ergebnisse in Kürze: Die meisten Eltern wünschen sich für ihr Kind das Abitur als Schulabschluss, dabei gibt es aber regionale Unterschiede. Die meisten Eltern würden ihr Kind auch am liebsten auf ein Gymnasium schicken. Gesamtschulen und Ganztagsangebote haben weniger Gewicht als erwartet. Die meisten Eltern fühlen sich zudem nicht ausreichend über allgemeine und schon gar nicht über konkrete Schulangebote informiert.

Um so überraschender ist die Rücklaufquote der Befragung im vergangen Herbst. 58,6 Prozent (3899) der angeschriebenen Eltern haben die Fragebögen ausgefüllt zurückgeschickt. „Das ist gut und damit sind die Ergebnisse durchaus verwertbar“, bilanzierte Nils Pagel vom Verein Zoom, der die Befragung im Auftrag der Kreisverwaltung konzipiert und ausgewertet hat. Besonders hoch war die Rücklaufquote mit 66,2 Prozent im Raum Duderstadt/Gieboldehausen. Hintergrund: Hier gibt es seit eineinhalb Jahren eine hitzige Debatte um die Zukunft der katholischen Gesamtschule St. Ursula in Duderstadt.

Weitere Ergebnisse im Detail:

Beim Abschlusswunsch erhoffen sich – wie bereits festgestellt – mehr als 50 Prozent der Eltern ein Abitur für ihr Kind, 20 Prozent einen Realschulabschluss. Und dieses Wunschverhältnis bleibt im Verlauf der Grundschulzeit von Klasse Eins bis Vier weitgehend unverändert. Besonders stark ausgeprägt ist der Abi-Wunsch bei Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund und es gibt regionale Unterschiede: In Radolfshausen, Duderstadt/Gieboldehausen und im Altkreis Osterode gibt es auch viel Zuspruch für einen Haupt- oder Realschulabschluss, in Adelebsen, Bovenden, Friedland, Rosdorf und Gleichen steht das Abi deutlich höher im Kurs.

Beim Blick auf die Schulform ist das Gymnasium „absoluter Gewinner“, so Pagel, auch die klassische Realschule stehe vor einer Integrierten oder Kooperativen Gesamtschule. Aber auch hier gibt es regionale Unterschiede: In Radolfshausen wurde die Gesamtschule zum Beispiel deutlich häufiger angekreuzt als im Raum Osterode. Dort gebe es aber auch schlicht keine Gesamtschule und - laut Befragung - offenbar zu wenig Infos über diese Schulform, kommentierten Ausschussmitglieder diese Ergebnisse. Die Oberschule spielt insgesamt „eine sehr geringe Rolle“, so Pagel.

Gefragt nach konkreten Anmeldewünschen haben 13,7 Prozent der Eltern aus dem Bereich Gieboldehausen/Duderstadt keine der aufgelisteten kreiseigenen Schulen angekreuzt, sondern „sonstige“. Davon haben 84 Prozent alternativ eine IGS genannt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wollten sie damit die katholische St.-Ursula-Gesamtschule stärken. Bei einer angegebenen Präferenz für die IGS Bovenden ist es den Eltern überwiegend (88 Prozent) „egal“, ob diese ein Oberstufenangebot hat. „Überraschend“ ist laut Pagel auch, dass ein Ganztagsangebot bei der Wahl der Schulform und Schule ein geringes Gewicht hat - außer bei Gesamtschulen.

Schuldezernent Marcel Riethig (SPD) betonte, dass die Befragung nur eine Momentaufnahme abbilde, die nicht dauerhaft gelten müsse. Es sollte regelmäßig weitere Befragungen geben. Die jetzigen Ergebnisse will die Kreisverwaltung bis zur nächsten Sitzung des Schulausschusses bewerten und dann erste konkrete Vorschläge für ein Schulentwicklungskonzept vorlegen.

Dieser Artikel wurde am 19.1. korrigiert und aktualisiert.

Von Ulrich Schubert

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