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"Wir bedauern das sehr"

Nonnenstieg "Wir bedauern das sehr"

Enttäuschung in der Flüchtlingsunterkunft am Nonnenstieg: Die Einrichtung im ehemaligen IWF schließt zum 31. August 2018. So hat es der Verwaltungsausschuss des Rates mehrheitlich beschlossen. „Wir bedauern das sehr“, sagt Jawad Yazdani, der Leiter der Unterkunft.

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Quelle: CR/Archiv

Göttingen. „Die Flüchtlinge haben hier einen sehr, sehr guten Kontakt zu den Ehrenamtlichen“, erklärt Yazdani. Zudem seien die Wege angenehm kurz. So könnten die Kinder innerhalb weniger Minuten Kita oder Schule erreichen. Und die Bereitschaft der Ehrenamtlichen, zu helfen und das Team zu unterstützen, sei außerordentlich groß. „Die nachkommenden Flüchtlinge werden in diesen Genuss leider nicht mehr kommen“, sagt Yazdani.

Und dennoch: Ein gutes Jahr gebe es die Unterkunft im Ostviertel ja noch – und in dieser Zeit wolle man auch weiter nach dem bewährten Konzept arbeiten. „Wir werden die Menschen hier auch weiter unterstützen“, sagt der Leiter der Unterkunft. Dazu gehöre vor allem, sie auf ein selbstständiges Leben in Deutschland vorzubereiten – mit vielen Informationen, Sprachkursen und praktischen Tipps. „Wir haben ein tolles Team, und das merken auch die Bewohner." Einige blieben nur vier Wochen, einige aber auch ein ganzes Jahr. „Die wollen gar nicht ausziehen“, sagt Yazdani. Sie schätzten die Gegebenheiten in der Unterkunft so sehr, dass sie lieber auf eine eigene Wohnung verzichteten.

Welche Auswirkungen die Schließung auf die Arbeit und das Engagement der Ehrenamtlichen haben könnte, bleibe abzuwarten. Viele Helfer kämen aus der unmittelbaren Nachbarschaft. In diesen Fällen spiele natürlich der Faktor Zeit eine große Rolle, sagt Yazdani. Ob diese Bürger sich nach der Schließung auch in anderen, weiter entfernten Unterkünften engagieren würden, wisse er nicht. Immerhin gebe es auf den Zietenterrassen noch ein weiteres, relativ stadtnahes Wohnheim.

Auswirkungen hat die Schließung der Unterkunft am Nonnenstieg natürlich auch für Yazdani und seine Mitarbeiter, die beim Betreiber Bonveno angestellt seien. Seinen Angaben nach wären insgesamt acht Personen betroffen. „Unsere Zukunft endet mit der Schließung des Hauses. Wir müssen dann schauen, welche Möglichkeiten es woanders gibt“, sagt Yazdani. „Unter Umständen könnten wir auch arbeitslos werden.“ In erster Linie gehe es aber nicht um sie, sondern um die Bewohner: „Wir haben alle gekämpft, weil wir gehofft haben, dass der Standort für Flüchtlinge erhalten bleibt“, sagt Yazdani. „Aber wir beugen uns der Entscheidung. Es bleibt uns ja auch nichts anderes übrig.“

Den Beschluss hatte der Verwaltungsausschuss am Montag gefasst. Dieser beinhaltet auch, dass die umstrittene Unterkunft auf der Groner Siekhöhe zunächst bestehen bleibt. Damit wurde das Konzept zur weiteren Reduzierung der Kapazitäten zur Unterbringung von Flüchtlingen verabschiedet. Der Verwaltungsausschuss folgte der Mitte Juni ebenfalls mehrheitlich gefassten Empfehlung des Sozialausschusses des Rates. Das jetzt beschlossene Konzept sieht vor, in den nächsten Jahren 400 Flüchtlingsplätze abzubauen .

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