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Erdverkabelung nur um Göttingen

Info-Veranstaltung Erdverkabelung nur um Göttingen

Noch immer ist nicht klar, wo genau die geplante 380 000-Volt-Höchstspannungsleitung durch den Landkreis Göttingen führen wird. Während einer Informationsveranstaltung am Dienstagabend blieben der Netzbetreiber Tennet und die niedersächsische Landesregierung eine präzise Antwort schuldig.

Göttingen. Dass das Thema die Göttinger Bevölkerung bewegt, zeigte der enorme Andrang im Freizeit In: Um die 200 Besucher drängten sich in dem viel zu kleinen Saal.

Die neue Leitung ist als Freileitung mit herkömmlichen Strommasten geplant. Ausnahme: sieben Kilometer bei Göttingen, weil die Trasse dort den Mindestabstand zu Siedlungsgebieten von 400 Metern unterschreiten soll. Hauptangst der Zuhörer: mögliche Gesundheitsgefährdungen durch elektromagnetische Strahlung der Höchstspannungsleitung. Die von vielen Bürgern geforderte Erdverkabelung, erklärte Prof. Lutz Hofmann vom Institut für Energieversorgung und Hochspannungstechnik der Leibniz-Universität Hannover, produziere ein deutlich höheres elektromagnetisches Feld als eine herkömmliche Freileitung. Dies wurde von einigen Fragestellern in Zweifel gezogen.

Zu Beginn des Info-Abends hatte der niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner (FDP) erläutert, warum die neue Stromleitung unverzichtbar sei: Mit der Energiewende und den neuen Windenergiestandorten in Norddeutschland würden Verbindungen zu den Verbrauchsschwerpunkten im Süden und Westen gebraucht.  Dazu zähle auch die Höchstspannungsleitung vom niedersächsischen Wahle bis ins nordhessische Mecklar. Die bisherigen Kapazitäten reichten nicht aus.

Birkners Fazit: „keine Energiewende ohne Netzausbau“. Eine komplette Erdverkabelung, wie unter anderem von verschiedenen Bürgerinitiativen gefordert, lehnte Birkner auch für die 50 Trassenkilometer in der Region aus Kostengründen ab. Dem trat Peter Gosslar von der Bürgerinitiative Pro Erdkabel Harzvorland entgegen. Gosslar kritisierte unter anderem, dass beim Kostenvergleich zwischen Erdkabel und der Regelbauweise Freileitung mehrere Faktoren wie beispielsweise Gesundheitskosten und Auswirkungen auf die Umwelt nicht berücksichtigt worden seien. Weiterhin warf der BI-Chef den Netzplanern vor, die günstige Gelegenheit des sechsspurigen Ausbaus der A 7 nicht genutzt zu haben, um die neue Leitung während der Ausbauarbeiten entlang der A7 zu verlegen.

Für den Netzbetreiber Tennet kündigte Marius Strecker für die nächste Zeit Anschreiben an betroffene Grundstückseigentümer und eine Reihe ortsnaher Informationsveranstaltungen an. Dort würde auch der genaue Streckenverlauf bekanntgegeben. Zurzeit seien immer noch kleinere Abweichungen in der Diskussion, auch in der Region Göttingen.

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110-kV-Leitung

Die letzte Hochspannungsleitung in Göttingen verschwindet. Die Masten und frei hängenden Kabel zwischen Grone und Rosdorf werden in den nächsten Wochen abgebaut. Der Stromversorger Eon Mitte hat das 2,6 Kilometer lange Reststück einer 110 000-Volt-Leitungen mit der städtischen Wirtschaftsförderung (GWG) in die Erde verlegt.

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