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Erstes Brot aus neuem Backofen auf Rädern

Europäisches Brotmuseum Erstes Brot aus neuem Backofen auf Rädern

Einen fahrbaren Backofen wie aus dem Mittelalter hat Dirk Gantz vom Brotmuseum in Ebergötzen nachgebaut. Die ersten Backversuche hat das Museumsteam zum Saisonstart schon erfolgreich abgeschlossen.

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Holt das Brot aus dem Ofen: die zehnjährige Alva.

Quelle: Hinzmann

„Immer der Nase nach“ lautet an diesem Tag die Wegbeschreibung auf dem Gelände des Europäischen Brotmuseums: Ein köstlicher Duft nach frischem Brot zieht herüber vom Kräutergarten. Dort, gleich neben dem Steinzeitofen, hat der Ofen auf Rädern seinen Platz gefunden. Ein Ziegeldach schützt den Lehmbau vor Regen.

Gerade haben Dirk Gantz und Wilhelm Bruinjes vom Brotmuseum die Ofenklappe geöffnet. Nach etwa 20 Minuten Backzeit holt die zehnjährige Alva mit dem Schieber das erste duftende Brot heraus. In ihren Frühlingsferien ist das Mädchen aus Hamburg zu ihrer Oma nach Ebergötzen gekommen, um diesen Moment mitzuerleben. Seit einigen Jahren ist sie regelmäßiger Gast im Brotmuseum und packt auch schon richtig mit zu. Beim Brot backen ist sie in ihrem Element. Auch den Teig hat sie geknetet. „Ein Naturtalent“, lobt Bruinjes. Fast perfekt ist nun auch die braune Kruste gelungen. Doch je weiter hinten die Brote im Ofen liegen, desto blasser sind sie an der Unterseite. „Die Unterhitze fehlt“, schließt Bruinjes. Der Ofen muss gleichmäßiger befeuert werden.

Ein Jahr lang hat Dirk Gantz an dem Ofen gebaut. Zweimal sei sein Konstrukt zusammengebrochen, bis die Arbeit beim dritten Mal schließlich gelang. „Wir hatten noch die Achse“, erzählt Gantz. So sei die Idee zum Bau entstanden. Auf dem Boden aus dicken Eichenbohlen hat er einen Boden aus Schamottsteinen verlegt. Aus Weidengeflecht mit Lehm verkleidet gestaltete er das ovale Gehäuse.

Der neue Ofen ist nach Vorbildern aus dem Mittelalter gestaltet. Damit ist er der jüngste in der Reihe der am Brotmuseum vorhandenen Konstrukte mit dem jungsteinzeitlichen Lehmkuppelofen (um 4000 v. Chr.) und dem Römerofen (um 2000 v. Chr). Die Bäcker seien damit über die Dörfer gefahren, um das Brot für andere zu backen. Auch bei Festen sei der fahrbare Ofen oft zum Einsatz gekommen. „Früher hatte nicht jeder einen eigenen Ofen“, erklärt Bruinjes, während Gantz den Ofen ein zweites Mal mit Buchenholz füllt, um die zweite Portion Teig zu backen. „Auf Achse“ wird das Team vom Brotmuseum mit dem Backofen auf Rädern allerdings nicht gehen. Der Kuppelofen wiege etwa zweieinhalb Zentner, schätzt der Ofenbauer. Und das halte die betagte Achse nicht mehr aus, befürchtet er.

Das Europäische Brotmuseum, Göttinger Straße 7 in Ebergötzen, ist dienstags bis sonnabends von 9.30 bis 16.30 Uhr geöffnet, am Wochenende von 9.30 bis 17.30 Uhr. Informationen im Internet gibt es unter brotmuseum.de.

Von Ute Lawrenz

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