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Evangelischer Kohlenhändler hilft katholischer Kirchengemeinde

1000 Weihnachtsbäume für St. Michael Evangelischer Kohlenhändler hilft katholischer Kirchengemeinde

1962 begann eine Tradition, die bis heute gehalten hat: Damals fragte Leo Hefner, Küster der katholischen Kirchengemeinde St. Michael, den Kohlenhändler Ernst Tölle, ob der mit seinem Firmen-Lastwagen nicht dabei helfen könne, die Weihnachtsbäume für die Kirchengemeinde zu holen. Tölle sagte zu. Der Lutheraner gehörte zwar nicht zur Gemeinde, aber es bestanden Kontakte zu St. Michael, weil er die Gemeinde und auch andere katholische Einrichtungen mit Kohlen belieferte.

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Umgeben von selbst geholten Tannenbäumen: Stefan Tölle, Ernst Tölle und Sylvio Krüger (v.l.) in der Kirche St. Michael.

Quelle: Heller

Göttingen. Aus der Zusage sind mittlerweile 50 Jahre geworden, in denen Tölle dazu beiträgt, die Weihnachtsbäume für die Gemeinde zu holen. Damit kommt er mittlerweile auf rund 1000 transportierte Tannenbäume. Schließlich werden jedes Jahr etwa 20 Bäume für die Gemeinde geschlagen, einige größere und mehrere kleine. Die Bäume stehen in der Kirche, wo sie auch die Weihnachtskrippe schmücken, im Innenhof der Gemeinde in der Kurzen Straße und im Gemeindezentrum.

Den Lastwagen fährt der 78-jährige Tölle heute nicht mehr selbst. Diese Aufgabe hat sein Sohn Stefan übernommen, der sonst als Busfahrer arbeitet. Aber in den Wald hinaus fährt Tölle senior noch immer mit, um die Bäume auszusuchen. Einer müsse ja die Oberaufsicht haben, meint Küster Sylvio Krüger schmunzelnd, der mit einigen Helfern bei der Baum-Fahrt, die fast einen Tag dauert, ebenfalls dabei ist.

Sohn Stefan, ebenfalls Lutheraner, führt die Baum-Tradition der Familie fort. Der Lohn für die ehrenamtliche Arbeit sei, am Ende die geschmückte Kirche zu sehen, sagt der 45-Jährige. Deswegen mache es Spaß, die Bäume zu holen. Geschäftliche Beziehungen zu St. Michael bestünden nicht mehr, sagt sein Vater, aber es seien freundschaftliche Beziehungen entstanden.

Ernst Tölle gehört zur evangelisch-lutherischen Gemeinde Stephanus in Geismar. Aber seine Mutter sei Katholikin gewesen, berichtet er. 1958 übernahm er von seinem Vater die Kohlenhandlung, die der Großvater 1914 gegründet hatte. Sie wird von Tölles Sohn Ernst-Andreas heute mit aktuellen Brennstoffen fortgeführt – 2014 besteht die Firma 100 Jahre. Ernst Tölle hat noch eine weitere katholische Verbindung: Er ist passives Mitglied im Männerchor Cäcilia. Und wo wohnt Tölle? Im Tannenweg natürlich.

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