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Examensvorbereitung mal ganz unterschiedlich

Mediziner und Juristen Examensvorbereitung mal ganz unterschiedlich

Am Dienstag, 24., und am Mittwoch, 25. August, schreiben die Göttinger Medizinstudenten, wie im ganzen Bundesgebiet, ihre Physikums-Klausuren. Rund 220 von 232 zugelassenen Kandidaten haben sich dafür beim Repetitor vorbereitet und ihre Chancen, wenn man die Zahlen der Vorjahre zugrunde legt, erheblich gesteigert.

Nach Angaben der Firma „Medi-Learn“, die seit 2007 im Auftrag der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) solche Kurse anbietet, haben sich die Durchfallquoten in Göttingen halbiert: „Im Frühjahr 2009 lag die Durchfallquote der Göttinger Studenten sogar bei 6,7 Prozent gegenüber einer bundesweiten Durchfallquote in Höhe von 23 Prozent“, so Medi-Learn. Seit diesem Frühjahr hat die UMG Medi-Learn auch mit einem Kurs zur Vorbereitung auf den zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung in Göttingen beauftragt.

Diese externen Examens-Vorbereitungskurse werden laut Universität aus Studienbeiträgen teilfinanziert und seien mit der medizinischen Fakultät und den Studierenden gemeinsam entwickelt worden. Bei den Kursen, so Uni-Sprecher Bernd Ebeling, handele es sich nicht um ein inhaltliches Repetitorium, sondern um eine methodische Vorbereitung auf die Klausuren.

Medi-Learn-Geschäftsführer Bringfried Müller ist anderer Auffassung: „Wir unterrichten in Göttingen alle examensrelevanten Prüfungsthemen.“ Die methodischen Teile machten nur einen Bruchteil des Stoffes aus. Das meiste sei „konkreter Unterricht“, so Müller. Die Göttinger Studenten müssten, anders als die Kurs-Teilnehmer am Hauptstandort in Marburg, nur einen Eigenanteil von 150 Euro für das Repetitorium aufbringen. Der Rest würde aus Studienbeiträgen finanziert. Wie hoch der ist, will Müller nicht kommentieren und verweist an die medizinische Fakultät.

Auf diesen Umstand hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg im Streit des Repetitoriums-Anbieters Hemmer gegen die Uni hingewiesen (Tageblatt berichtete). Möglicherweise, so die Oberverwaltungsrichter, sei hierin eine unzulässige Ungleichbehandlung zu sehen. Den juristischen Repetitorien wurde untersagt, für ihr Kursangebot an der Uni zu werben. An der Juristischen Fakultät werden eigene Examensvorbereitungskurse angeboten. Uni-Sprecher Ebeling tritt dem Vergleich entschieden entgegen. Bei dem medizinischen Repetitorium handele es sich um „kein vergleichbares Angebot“. Es lege der Universität „denkbar fern“, Repetitorien zu verbieten. Allerdings müsse man deren Werbung auch nicht in Uni-Gebäuden dulden.

Von Lukas Breitenbach

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Göttinger Medizinstudenten bekommen für ihr Repetitorium einen Zuschuss aus Studienbeiträgen. Das ist offensichtlich gut angelegtes Geld: Mit Hilfe der externen Repetitoren werden angehende Mediziner besser auf die Prüfungen vorbereitet und die Uni freut sich allsemesterlich über die hervorragenden Ergebnisse.

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