Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Exklusive Gemeinschaft: Messe mit Rittern vom Heiligen Grab

Kirche St. Michael Exklusive Gemeinschaft: Messe mit Rittern vom Heiligen Grab

Feierlich sind Mitglieder des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem am Wochenende zu einer Messe in die katholische Kirche St. Michael eingezogen. Mit ihrer Ordenskleidung zeigten sie deutlich Präsenz: Die Ritter tragen einen langen Mantel aus elfenbeinweißem Tuch und ein schwarzes Barett. Der Orden ist eine exklusive Gemeinschaft.

Voriger Artikel
Schüler sind wütend: Jede Menge Hundehaufen – „einfach eklig“
Nächster Artikel
SPD-Unterbezirksparteitag mit Ministerpräsident Weil in Weende

Einzug von Ministranten und Grabesrittern in die Kirche: links hinter Pater Manfred Hösl geht Helmut Bömeke, leitender Komtur für Braunschweig.

Quelle: PH

Göttingen. Die Damen tragen einen schwarzen Mantel und schwarzen Schleier. Auf den Mänteln prangt unübersehbar das fünffache rote Jerusalemkreuz: ein großes Kreuz in der Mitte, flankiert von vier kleineren.

Die Geschichte des katholischen Ordens mit dem Leitspruch „Deus lo vult“ („Gott will es“) reicht bis ins Mittelalter zurück. 1868 ordnete Papst Pius IX. das Rittertum vom Heiligen Grab neu als päpstlichen Ritterorden mit Sitz in Rom.

Keine Bewerbung im Orden

Der Orden ist eine exklusive Gemeinschaft. Um eine Mitgliedschaft kann man sich nicht bewerben. Die Aufnahme könne Menschen angetragen werden, „die sich als katholische Christen bewährt haben“, heißt es auf der Internet-Seite des Ordens.

Dem Orden gehören nach eigenen Angaben weltweit 20 000 Mitglieder an, darunter 1300 in Deutschland. Die Deutsche Statthalterei gliedert sich in sechs Ordensprovinzen mit 38 Komtureien als kleinsten regionalen Einheiten. In Göttingen haben sich Ordensmitglieder der Komtureien St. Altfrid Braunschweig und St. Oliver Hildesheim getroffen. Neben der Messe gehörten auch ein Vortrag und ein gemeinsames Abendessen zum Programm.

An der Spitze der Komtureien stehen ein Prior für den geistlichen Bereich und ein leitender Komtur für den weltlichen Bereich. 2007 ist der Duderstädter Helmut Bömeke zum leitenden Komtur der Komturei Braunschweig ernannt worden. Der 70-Jährige war früher Direktor der Berufsbildenden Schulen Duderstadt.

Engagement im Heiligen Land

Ziele des Ritterordens sind die Förderung der christlichen Lebensführung seiner Mitglieder und die Unterstützung der katholischen Kirche im Heiligen Land, also in Israel, den palästinensischen Gebieten und Jordanien. „Einem Christen kann es nicht egal sein, was in dem Land geschieht, in dem Gott Mensch geworden ist“, so Bömeke. Die Zahl der Christen im Heiligen Land nehme ab. Die verbliebenen Christen müssten in besonderer Weise unterstützt werden.

Der Orden fördert soziale, medizinische, kirchliche und Bildungsprojekte im Heiligen Land. Er bietet zudem regelmäßig Pilgerreisen für seine Mitglieder an. Die kommen außerdem bei Einkehrtagen oder den Investituren – der Aufnahme neuer Mitglieder – zusammen. Sie nehmen auch gemeinsam an Ereignissen wie dem Papstbesuch im Eichsfeld oder den Palmsonntagsprozessionen in Heiligenstadt teil. Die Grabesritter seien kein Kreuzzugsorden, sondern ein Pilgerorden, betont Komtur Bömeke.

In Deutschland nehme die Zahl der Ordensmitglieder sogar noch zu, erklärt Bömeke. Ein gemeinsamer Nenner im Hinblick auf die Spiritualität und das gemeinsame Ziel, etwas für die Lebensführung zu tun, mache die Mitgliedschaft attraktiv, meint Bömeke. Auch in Ostdeutschland gebe es mittlerweile Komtureien.

Adelige im Orden

Peter Reichsgraf Wolff Metternich zur Gracht aus Adelebsen war einige Jahre lang als Generalstatthalter der höchste Laie im Orden. Er gab dieses Amt jedoch 2011 ab und ist nun Generalstatthalter ehrenhalber. Der Anteil an Adeligen im Orden sei heute nicht mehr so hoch, sagt Bömeke. Schon seit dem ausgehenden Mittelalter würden auch Nicht­adelige aufgenommen.

Elf Ritter und vier Damen zogen zu feierlichen Bläserklängen des evangelischen Posaunenchores an St. Johannis in die katholische Kirche St. Michael ein. Die Grabesritter seien Anwälte der Wahrheit und Wirklichkeit des Sterbens und der Auferstehung Christi, sagte Pfarrer Manfred Hösl während der Messe.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeigenspezial
Bilder der Woche 6. bis 12. Januar
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt