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„Extreme Ausnahme“

Kriminologe zu Jan O. „Extreme Ausnahme“

Jugendliche Kleinkriminelle werden nach Einschätzung des Göttinger Kriminologie-Professors Jörg-Martin Jehle nur in den seltensten Fällen zu schweren Gewalttätern wie der mutmaßliche Doppelmörder von Bodenfelde. „Solche Gewalttaten sind die extreme Ausnahme“, sagte Jehle.

Von den mehr als 300 000 jungen Leuten, die jährlich mit der Justiz in Berührung kämen, fielen nur einige Dutzend mit schweren Gewalttaten auf. Meist komme es zu Eigentums- und Vermögensdelikten, Körperverletzungen seien zwar nicht selten, machten aber nur einen geringeren Anteil aus, so der Kriminologe. Die meisten jungen Täter würden einmal oder einige Male bei der Polizei auffällig und bekämen dann die Kurve. Auch bei den übrigen sei nur eine kleine Minderheit massiv gewaltbereit.

Jan O. hat zwei Jugendliche bestialisch ermordet. Der 26-Jährige war in der Vergangenheit nur mit Diebstählen und einer Brandstiftung aufgefallen, hatte allerdings ein Alkohol- und Drogenproblem. Einiges deute auf eine massive Vorbelastung des Angeklagten in der Kindheit und Jugend hin, sagte Jehle. „Wir haben es vermutlich mit einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Form einer Persönlichkeitsstörung zu tun.“ Hinweise auf solche Auffälligkeiten könnten auch die Brandstiftung und der Drogenmissbrauch sein.

Ein starkes Indiz für eine Persönlichkeitsstörung seien allerdings die kannibalistischen Handlungen, die der Angeklagte schriftlich eingeräumt hatte. Im juristischen Sinne könnte eine schwere andere seelische Abartigkeit vorliegen. „Es stellt sich allerdings die Frage, ob hierdurch die Steuerungsfähigkeit eingeschränkt war.“ Dies hatte ein Gutachter im Vorfeld nicht ausgeschlossen.

lni/bib

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