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Fairer Gummibärenhandel

Kinder-Uni Fairer Gummibärenhandel

Verhandeln gehört zum Alltag. Das wissen schon die Teilnehmer an der Göttinger Kinder-Uni. Täglich feilschen die Dritt- bis Sechstklässler um alles mögliche. Um Süßigkeiten, um Käsebrötchen, um Diddlmaus-Sticker oder Fußballbildchen.

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Nachgefragt: Julius stellt dem Wirtschaftswissenschaftler Stephan Klasen in der Kinder-Uni eine Frage zum Thema.

Quelle: Hinzmann

„Verhandlungen sind allgegenwärtig“, sagt Prof. Stephan Klasen, Wirtschaftswissenschaftler der Göttinger Uni. Das Thema der Vorlesung, die er gemeinsam mit Prof. Claudia Keser hält: „Verdienen und Verteilen – Geht es im Wirtschaftsleben fair zu?“
Mit dem sogenannten Ultimatumsspiel – einer Anwendung aus der Spieltheorie – wollen die beiden Wissenschaftler ergründen, wie fair ihr jungen Zuhörer sind. Die Spielregeln: Die Hälfte der Gruppe sind – zufällig ausgewählt – die „Aufteiler“. Jeder von ihnen hat zehn Tüten mit Gummibären, die sie zwischen sich und einem anonymen „Antwortenden“ frei aufteilen können. Der Antwortende muss nun entscheiden, ob er das Angebot annimmt oder nicht. Nimmt er an, bekommen beide die vereinbarte Menge an Gummibären. Lehnt der Antwortende hingegen ab, bekommt jeder nur eine Tüte.

Faire Angebote

Das Ergebnis: Die meisten Aufteiler machen faire Angebote. 85,5 Prozent waren bereit, fünf oder sogar mehr Tüten an ihren Handelspartner abzugeben. 12,5 Prozent wollten sechs Tüten behalten und vier abgeben. Nur 2,1 Prozent waren egoistisch genug, selbst acht Tütchen zu behalten. Auch bei einer Variante des Spiels, in der sich die Austeiler, ihre besondere Position durch ein Quiz erarbeiten mussten, ging es ähnlich fair zu – allerdings mit Tendenzen zu Extremen. 68,1 Prozent wollten die Gummibären zu gleichen Teilen verteilen. 19,2 Prozent waren sogar bereit, weniger als fünf Tüten zu behalten. Davon verzichteten sogar 4,3 Prozent auf alle Tüten. 12,9 Prozent waren auf den eigenen Vorteil bedacht, behielten mehr als sechs Tüten. Davon 4,3 Prozent, die selbst neun Tütchen für sich beanspruchten. In beiden Varianten hat es nur ein oder zwei abgelehnte Angebote gegeben.

„Ich habe die Tüten gleichmäßig aufgeteilt, weil das viel gerechter ist“, berichtet einer aus dem Plenum. Das sehen auch die meisten anderen so. „Erwachsene sind nicht so fair“, erklärt hingegen Klasen. Dies hätte die Auswertung verschiedener Spielrunden ergeben. Bei erwachsenen Spielern würden sich die Kombinationen 6:4 oder 7:3 herauskristallisieren. Zudem würden Aufteilungen von 9:1 oder 8:2 häufiger abgelehnt. Zwei weitere Erkenntnisse aus den Auswertungen der Erwachsenen nennt Klasen: Frauen bieten im Schnitt mehr an als Männer. Männern wird im Durchschnitt mehr angeboten – auch von Männern. Auch habe sich gezeigt: Wird der Status des Aufteilers erarbeitet, nimmt der Aufteiler häufiger den größeren Teil der zu verteilenden Ware.

Der Thema der nächsten Vorlesung lautet: „Bei den Affen zu Hause – Geschichten aus dem Dschungel“. Sie beginnt am Mittwoch, 25. November, um 17 Uhr im Hörsaal 010 des Zentralen Hörsaalgebäudes, Platz der Göttinger Sieben 5.

Von Michael Brakemeier

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