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Falscher Alarm

Göttinger Weihnachtsmarkt Falscher Alarm

Alarm auf dem Göttinger Weihnachtsmarkt: Am Montagmorgen wurden die Passanten rund um den Markt dazu aufgerufen, den Bereich so schnell wie möglich zu räumen. Allerdings gab es weder einen Notfall noch einen Anschlag, sondern nur eine technische Panne.

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Auftakt des Weihnachtsmarktes: Aufbau des Karussells.

Quelle: Niklas Richter

Göttingen. Die Stadt hatte gegen 10.30 Uhr die Lautsprecheranlage testen wollen. Aus Versehen wurde dafür kein unverbindlicher Probetext verwendet, sondern die für einen Ernstfall vorbereitete Ansage verwendet. Der Weihnachtsmarkt solle umgehend geräumt werden, so die Aufforderung. Und: Man solle sich ruhig verhalten. In der Umgebung wie auch bei Anwohnern in der Nähe des Weihnachtsmarktes kam es zu teils erheblicher Beunruhigung.

Auch die Göttinger Polizei wurde durch den vermeintlichen Ernstfall überrascht. Erst nach der entsprechenden Tageblatt-Anfrage wurde den Sicherheitskräften klar, dass es sich nur um einen Test der technischen Anlagen gehandelt hatte.

Unterdessen sind die Sicherheitsmaßnahmen vor dem Hintergrund des Anschlags eines islamischen Fanatikers auf den Berliner Weihnachtsmarkt vor einem Jahr im Vergleich zu früheren Göttinger Weihnachtsmärkten ganz erheblich verstärkt worden. Insbesondere mit Blöcken und Pflanzkübeln aus Beton soll es unmöglich gemacht werden, mit schweren Fahrzeugen auf den Weihnachtsmarkt zuzufahren. Derartige Straßensperrung mit schmalen Schleusen gibt es in der Zindelstraße, der Johannisstraße und am Kornmarkt. Dort werden zufahrtsberechtigte Fahrzeuge durch Sicherheitspersonal durchgelassen. Dieses System wird auch deshalb notwendig, weil nicht nur der Lieferverkehr, sondern auch der innerstädtische Busbetrieb aufrechterhalten werden muss.

Das aufwendige Sicherheitssystem kostet Geld. Die Stadt spricht von einer Summe in Höhe von 40000 Euro. In vielen anderen deutschen Städten gibt es Überlegungen, diese Kosten auf die entsprechenden Gebührensatzungen umzulegen. So befürchten beispielsweise die Schausteller, die den Weihnachtsmarkt in Bielefeld beschicken, dass ihre Kosten im kommenden Jahr um bis zu 20 Prozent steigen, weil die Sicherheitskosten auf die Standgebühren umgeschlagen werden sollen, heißt es in einem Bericht der Neuen Westfälischen vom Wochenende. Die Stadt Paderborn hat für den Wachschutz rund um den Weihnachtsmarkt etwa 20000 Euro eingeplant. Und in Berlin, dem Schauplatz des Anschlags vom Dezember 2016, wies Innensenator Andreas Geisel (SPD) Forderungen der Schausteller nach finanziellen Unterstützung für die höheren Sicherheitskosten zurück, die dort die Schausteller tragen müssen. Die Märkte seien Privatveranstaltungen, sagte der SPD-Politiker. Die Budenbetreiber hatten argumentiert, wenn von staatlicher Seite zusätzliche Maßnahmen gefordert würden, müssten sie auch von der Allgemeinheit getragen werden.

In Göttingen will die Verwaltung dem Bielefelder oder Berliner Modell nicht folgen. „Die  zusätzlichen  Aufwendungen“, erklärt Verwaltungssprecher Detlef Johannson, „werden nicht auf die Gebührensatzung umgelegt oder eingerechnet, sondern auch Haushaltsmitteln der Stadt bestritten.“ Das sei bereits beschlossene Sache.

Von Matthias Heinzel

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